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Selten ist dem treuen Kämpfer des Volks für sein Wirken freier Boden gegeben. Nur da findet er ihn, wo an der Hand des Rechts, nicht der Willkür, starkgewordene Regierungen das Wort nicht fürchten und die Freiheit der Meinungsäußerung so fest gewurzelt ist, daß sie es auch gar nicht wagen dürfen, gegen sie Gewalt zu brauchen! – Folge mir, Leser, auf solchen Boden, daß ich dir einen solchen Kämpfer zeige. – „Wohin? nach Berlin, wo der Mann der kaiserlichen Hoffnung die deutschen Grundrechte durch Wrangel interpretiren läßt? oder nach Wien, wo man jeden Morgen Menschen frei macht mit „Pulver und Blei“? oder nach Lemberg? oder nach Pesth, nach Mailand?“ – Nein! folge mir in’s britische Parlament.

Wer ist der Mann, der dort die Rednerbühne besteigt, als wäre sie sein erblicher Herrscherthron? Alle Augen sind an die überraschende Erscheinung geheftet. Diese rauhen Gesichtszüge und das aufwärtsgesträubte dunkelgraue Haar der hageren Gestalt stoßen nicht ab; bezaubernd wirkt unter der hohen Stirn der durchdringende Blick der rollenden Augen, deren Feuer durch die dunkele Gesichtsfarbe noch gehoben wird. Und wie sie donnert, die volle Stimme aus seiner eisernen Brust! Wie die Hand, dem Kampfzug der Gedanken folgend, den innern Sturm des zornigen Fechters ausdrückt! Der drohende Fingerzeig nennt und untäuschbar den bekämpften Gegner: den alten hochtorystischen, stockaristokratischen Herzog, der überall, auch wo man nicht die klirrenden Waffen führt, mit dem Nachdruck und der Sieghaftigkeit des Feldherrn aufzutreten gewohnt ist. Hören wir auf die Worte des Redners: „Der Feldmarschall und Herzog von Wellington mag die Armee nehmen, er mag die Bischofsmütze nehmen. Laßt ihn mit seiner ganzen Gewalt, das Schwert in Händen, gegen die Konstitution anrücken, das englische Volk wird ihn nicht nur zurückschlagen, es wird über seinen Angriff lachen! Zu andern Zeiten mag das Land mit Schrecken gehört haben: „„Der Soldat überall!““ Es wird jetzt nicht so seyn. Last den Soldaten überall seyn, wenn er will; er kann nichts in dieser Zeit thun. Es gibt eine andere Figur überall, eine weniger imponirende Figur, eine in vielen Augen vielleicht bedeutungslose. Der Schulmeister überall! Ihm vertraue ich, ihm, mit seinem Abcbuch bewaffnet, dem Soldaten in seiner vollen Rüstung gegenüber!“

„Der Schulmeister überall!“ Mit diesem mächtigen Schlagworte eröffnete Englands größter politischer Redner und tapferster, unermüdlichster Volksfreund der Welt den Einblick in die einfache Rüstkammer, aus der er seit Jahren all die Waffen hervorgelangt, die er als die besten erkannt hatte zur Befreiung des größten Theils der Nation von dem Druck, unter welchen es die Männer hoher Geburt und schweren Besitzes, trotz der goldenen Rechte und Freiheiten der stolzen Britannia, niederzubeugen wußten. Er schrieb auf seine Fahne: „Wissen ist Macht“ und widmete den Fleiß seines Lebens dem Ebnen des einzig sicheren und würdigen Wegs zur Demokratie,