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Londoner Universität siegreich an. So liefen die Radien seines Wirkungskreises beständig nach allen Seiten hin. Er war der Schulmeister überall.

Im Parlamente war er nicht müßig. Er führte den Kampf für die Emanzipation der Katholiken[1]. Ein harter Streit. 1828 und 1829 setzte er die Reform der Gerichtshöfe durch. Es war dies sein letzter Triumph im Unterhaus. Broughams Antrag auf Verbesserung des bürgerlichen und peinlichen Verfahrens und der Strafgesetzgebung in England mußte zur Enthüllung manches schwarzen und faulen Flecks im britischen Staatsleben hinführen, und die Weise, wie Brougham solche Stellen betastete und der Oeffentlichkeit bloß legte, gab dem Volke die schlagendste Belehrung über seinen Rechtszustand und der Partei der Freiheitsfreunde eine haarscharfe Waffe gegen die Aristokratie in die Hand. Die Hauptschlacht in diesem Kampfe wurde am 7. Dezember 1828 geliefert: Brougham sprach für seinen Antrag sieben volle Stunden und bewies neben der Unerschöpflichkeit seiner damaligen geistigen Kraft auch die Körperstärke, mit welcher Gott das Rüstzeug des Volks ausgestattet hat.

Als das große Jahr 1830 schlug, fand es in England die Saat Broughams und seiner Genossen zur Reife gediehen; auch hatte ein anderer Monarch, Wilhelm IV., den Thron bestiegen. Dies und der Umstand, daß der stolze und starre Wellington jetzt das Steuer des Staatsschiffs führte, war für die Sache des Fortschritts außerordentlich fördernd: der Hochmuth der Gewalthaber erging sich auf einer von allen Zuckungen des Volksgefühls so entfernten Höhe, daß sie in ihrem Wahnwitze selbst die Männer der Freiheit zum Entscheidungskampfe herausforderten. Diese hoben den Handschuh jubelnd auf. Während noch im Februar 1830 der Antrag Russel’s auf Parlamentsreform verworfen worden war (Wellington sprach damals: „In meinen Augen ist eine Parlamentsreform eben so nutzlos, als schädlich“), sah sich im November desselben Jahrs das Ministerium genöthigt, seine Entlassung zu nehmen. Graf Grey trat an die Spitze des neuen und Brougham erhielt als Kanzler die erste Würde des Reichs. Er wurde zum Baron Brougham und de Vaux ernannt und ließ sich, als Präsident des Hauses der Lords, auf dem Wollsack nieder.

In dieser neuen Stellung, deren Höhe und Glanz ihm behagte, hing er treu an seiner Fahne. Reform blieb sein Feldgeschrei. Er fegte den Augiasstall des britischen Gerichts- und Sportelwesens, wodurch er selbst seine Jahreseinnahme um 80,000 Gulden verkürzte und sich unzählige neue Feinde machte, dem Volke aber eine der größten Wohlthaten erwies. Je höher er gestiegen, je wüthender war die Partei, welche ihm Vernichtung geschworen


  1. Der erst viele Jahre nachher zum Sieg führte.