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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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fälschten? Was hat es ihnen geholfen, daß sie wie spanische Inquisitoren die Meinungsfreiheit verfolgten, daß sie die unerschrockenen Gegner fürstlichen Unrechts zu Tausenden in die Kerker warfen, oder sie verstummen machten mit dem Schwerte ber Gewalt? Was hat es Denen gefruchtet, die ihre Schlachtopfer, wenn sie jahrelange Untersuchungshaft in modernder, vergiftender Kerkerluft überstanden, schwören ließen, die Geheimnisse der Despotie nicht zu verrathen? Monarchen, die sich selbst nie scheuten, die heiligsten Schwüre zu brechen mit lachendem Munde, sie wollten Eide gehalten wissen, welche sie durch ihre Schergen den Kämpfern für Freiheit und Recht abzwangen mit dem Dolch auf der Brust! Als wenn man nicht wüßte, daß Der Gott lästert, welcher, lebendig aus der Löwenhöhle der Tyrannen zurückkehrend, keinen Warnungspfahl aufstellt seinen Brüdern und nicht wiedererzählt, was teuflische Bosheit im Dunkel der Gefängnisse und der Gerichtsstuben brütet und wie sie die Unschuld martert! – So lange die Kette hält, kann solcher Zwang dauern; nicht länger. Jetzt kennt das deutsche Volk seine rechtliche Stellung. Es weiß, daß es nicht mehr vor seinen Regierungen gebeugten Hauptes und gebogenen Kniees zu stehen braucht; es hat nicht mehr unterthänigst zu bitten: es kann fordern, was ihm gebührt, es kann beantragen, wie ihm dient, es kann verlangen, was ihm gut ist: denn es weiß, daß bei ihm alle Macht, in ihm alle Herrschaft ist, auf ihm sich gründet alle Herrlichkeit; – es weiß, die Regierung ist des Volkes Unterthan.
Der Geist der Erkenntniß und der Wahrheit ist in’s Volk gedrungen, und alle Lügenmächte der Welt treiben ihn nicht wieder aus. Mögen die Verschwörer auf den Thronen Bündniß schließen zur Knechtung der Völker mit dem Großdespoten des Czarenreichs; mögen sie üben lassen in ihren Hauptstädten das Standrecht von Kirgisen und Kalmücken; mögen sie schlachten lassen ihre Bürger von fremden Mörderbanden; mögen sie die Kasematten den Wortführern des Rechts und der Freiheit zur Wohnung anweisen, und die Männer des Volks nach Sibirien schicken, Zobel zu fangen zur russischen Verbrämung ihrer Königsmäntel: je toller sie der despotische Wahnsinn macht, um so schneller und sicherer werden sie verderben. Nein! nein! das Rad der deutschen Geschicke wird von ihnen nicht aufgehalten und würfen sie alle ihre Throne und Kronen mit sammt ihrer unermeßlichen Blutschuld zwischen die Speichen. Deutschland wird der Wall seyn, der die Freiheit und die Gesittung des westlichen Europa’s gegen die Angriffe der Kosakenherrschaft und die Barbarei des Ostens schützt, und hat einmal der Krieg begonnen, dann wird jeder Tag ein Schlachttag seyn und jeder Schlachttag ein Tag des Siegs.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 171. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/179&oldid=- (Version vom 6.5.2025)