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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Das vier Stunden von Paris herrlich auf einer Felsterrasse des Seineufers gelegene einstige Lust- und Jagdschloß König Heinrichs des Vierten: – jetzt eine Invaliden-Kaserne der Republik.
„Die Freiheit ist ein Stück des Himmels; legt eine Leiter hinan und macht die Sprossen aus den Leibern der Unterdrücker!“ so rufen uns die Brüder im fernen Westen zu, welche die süße Frucht um den Pfennig der Ueberfahrt kauften. Die haben gut reden. Sie sagen: die Schule der Erfahrung hat euch gewitzigt: ihr müßt nun wissen, wie ihr’s anzufangen habt. Aber sie denken nicht daran, daß jetzt für den Michel die Schule der Erfahrung auf der Richtstatt und im Kerker liegt, und Büttel und Tod Keinen fragen, was er im Leben gelernt hat. Und wissen sie denn nicht, daß dem deutschen Volke, dem bedächtigen, von jeher die Leidenschaft für eine Sünde galt und es sich wohl eher zwanzig Mal vom Teufel holen läßt, als daß es sich einmal freiwillig in’s Fegefeuer stürzt? Selbst ein aufwiegelnder Christus wäre unter uns nicht sicherer als einst bei den Juden. Käme einer, so würde es Hände genug geben, ihn zu binden und den Landpflegern zur Kreuzigung zu überantworten. Der Herrgott müßte am Ende ein ganzes Regiment Rettungsengel nach Deutschland senden, um den Erlöser selbst zu erlösen.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 175. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/183&oldid=- (Version vom 6.5.2025)