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und Montpensier. Aber was machte man aus ihm! In Frauenkleider gesteckt, mit Wollust und Spiel geistig und körperlich entnervt, damit er die Eifersucht seines königlichen Bruders (Ludwigs des Vierzehnten) nicht errege, starb er eben so verachtet als verächtlich. – Dieses Philipps Sohn und Nachfolger, Philipp II., war von der Natur mit körperlichen und geistigen Vorzügen fast verschwenderisch ausgestattet; aber noch verschwenderischer mußte er damit umgehen, weil der eitle Ludwig XIV. befürchtete, durch diese Nebensonne verdunkelt zu werden. Schamlose Weiber und Wüstlinge der verworfensten Art bildeten seine Gesellschaft, nachdem man ihm den Weg zu Ruhm und Ehre in Staat und Feld abgeschnitten hatte. Nur bisweilen wandelte der alte gute Geist die läppischen Beschäftigungen des Herzogs in edle, ernste um, sein scharfsinniges Urtheil und seine reichen Kenntnisse in der Mathematik, Chemie und im Kriegswesen erwarben augenblickliche Erfolge und Anerkennung; aber die erbärmliche Kunst des Königs und seiner Kreaturen, alle besseren Kräfte um sich her zu umstricken und auszusaugen, und die tief gewurzelte Lasterhaftigkeit der Orleans ließen es zu keiner nachhaltigen Erhebung kommen. Er stand in dem Rufe der Giftmischerei und wurde beschuldigt, seine Frau, den Dauphin, den Herzog und die Herzogin von Burgund, den Herzog von Bretagne und Andere durch Gift gemordet zu haben. Dieser vom Hof eifrig genährte Verdacht machte den Herzog zum Gegenstand des Abscheus im ganzen Volke. Vergeblich bat, flehte Orleans um strengste Untersuchung gegen sich; der König war königlicherer Ansicht: er erachtete ein Rechtsverfahren der Ehre des fürstlichen Standes unwürdig. So hoch reichte damals der Arm der Gerechtigkeit noch nicht, daß auch Glieder der gekrönten Sippschaft unter ihrem Schwerte gestanden hätten. Der Niedertracht die Krone aufzusetzen, geschah es, daß nach Ludwigs XIV. Tode das Parlament diesen wie die Pest geflohenen Mann als Regenten von Frankreich während der Minderjährigkeit Ludwigs des Fünfzehnten anerkannte! Sein Walten beschleunigte die Verarmung des französischen Volks, die furchtbarste Zerrüttung des Staatshaushalts und den Ausbruch der Revolution. Alles gemünzte Geld hatte er mit Hülfe von Laws Zettelbank in seine, seiner Mätressen und Kreaturen Hände zu bringen gesucht, das Land mit Papiergeld überschwemmt, Hunderttausende um ihr Vermögen gebracht, den Staatskredit vernichtet und dem Volksgeiste dadurch, daß er das Laster zum Thron erhob und die Sittlichkeit dem öffentlichen Gespött Preis gab, unheilbare Wunden geschlagen. Würdig seines Lebens starb er an einem Blutschlag in den Armen einer Hetäre, der Herzogin von Phalaris, 1723. Doch nieder mit dem Vorhang vor solchen Bildern, für deren unermeßliche Schuld der Himmel nicht bloß die Kinder bis in’s dritte und vierte Glied, sondern auch das französische Volk strafte, daß es ein solches Scheusal ertrug.

Wir übergehen minder wichtige Gestalten unserer schwarzen Gallerie und treten vor – Philipp Egalité, den elenden Hanswurst der Revolution, Vater Ludwig Philipps, des letzten Königs von Frankreich.