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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Neuilly, das freundliche Schlößchen inmitten geschmackvoller Gartenanlagen, war Louis Philipps Sommerwohnung; der Ort, wo er die „Plage und Qual des Herrscherthums“ zu vergessen trachtete unter seinen Blumen, seinen Büchern und seinen Sammlungen, welche das Seltenste und Schönste der Künste in sich vereinigten. „Nach Neuilly darf der König nicht kommen,“ sagte oft der alte Mann im Scherze, und wenn wichtige Staatsgeschäfte ihre sofortige Erledigung erheischten, so mußte ihn der Telegraph in die Tuilerien rufen, weil er nicht duldete, daß die Minister zu ihm kamen, um in seinem Sans-Souci mit ihm darüber zu verhandeln. Wer den König in diesem kleinen Hause, als Privatmann, von seiner Familie umgeben, beobachtete, mußte ihn lieb gewinnen und ahnete in ihm nicht den Hochverräther an seinem Berufe, seinem Volk und der Freiheit, welcher in Louis Philipp – dem Sklaven schmutziger Habsucht – auf dem Thron saß.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 182. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/190&oldid=- (Version vom 6.5.2025)