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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Zwingherren Recht daran thun, des Deutschen Land als ein erobertes Land, sein Gut als ein erobertes Gut, seine Person als einen entlaufenen Sklaven zu behandeln und zu züchtigen. Und Viele sehen der Teufelei zu und sagen: „Besser die Knute, als die Schreckenszeit!“ – Auch ich hasse und verachte die Tigernaturen, welche bei Revolutionstribunalen und Guillotine allein ihre Rechnung finden können, und ich bin bereit zu jeder Stunde, meinen Leib zu werfen zwischen sie und die Stufen zu ihrer Herrschaft; aber wenn jene „lieber kosackisch!“ rufen, dann sage ich: was ist die Höhle des Tigers, der mit einem Sprunge seine Opfer faßt und erwürgt, gegen das dunkle und heimliche Gericht, womit der Absolutismus die Beleidigung seiner himmlischen Allmacht rächt? Was ist sie gegen die Furcht, welche wie ein Damoklesschwert beständig über dem Haupte des gesinnungstüchtigen Mannes schwebt, gegen die Gefahr, aus dem Bette gezerrt zu werden von den Schergen der Gewalt, entrissen zu werden dem Kreise der Seinen, seinem Berufe und seinem Wirken, und geschleppt zu werden vor die Gläubigen des Baals, welche die Beleidigung ihres Gottes nach dem Buchstaben barbarischer Strafgesetze als Kapitalverbrechen verurtheilen und endlich – nachdem alle Foltern des Geistes in den heimlichen Verhörstuben erduldet worden, – aus der Welt zu verschwinden in das Dunkel der Kerker oder der Kasematten: – nein! nein! lieber will ich eine Jakobinerherrschaft, die ich verabscheue und die mich erwürgen würde, eines ihrer ersten Opfer, wenn sie käme, da ich sie bekämpfen würde auf Gefahr des Lebens: – als die Mephistophelesherrschaft des Absolutismus, der alles Menschliche erstarren macht und alles Göttliche tödtet, – sogar die Hoffnung! –
Das Arsenal von Toulon ist dem Fremden nur zu betreten erlaubt, wenn er das Empfehlungsschreiben eines Konsuls vorzeigen kann. Ein Gensdarm gibt von Raum zu Raum, von Gebäude zu Gebäude das Geleit. Zuerst öffnet sich der Modellsaal, einer der größten in der Welt und von keinem andern an Interesse überboten. Hier stehen alle Arten von Kriegsschiffen, vom Kanonenboot bis zum größten Dreidecker von 140 Kanonen, fertig aufgetakelt, in genauen Modellen, und eben so alle Maschinen, Geschütze, Wurfgeschosse und sonstiges Rüst- und Waffenzeug des Seekriegs. Die Eleven der Seekadetten und Schiffbauschule empfangen in diesem Raum täglich einige Stunden Unterricht. Die Reeperbahn ist ein anderes bewundernswürdiges Gebäude: eine auf eisernen Säulen und Bogen ruhende, ¼ Stunde lange Halle, noch ein Werk des berühmten Vauban, wo die oft mannsdicken Ankertaue und alles Seilwerk für die Schiffe gefertigt werden.
Der Waffensaal enthält Muster aller Marinewaffen, von der Römerzeit an bis auf den heutigen Tag, chronologisch geordnet: eine merkwürdige Sammlung. Unter dem Waffensaale hämmern an 1000 Schmiede und Schlosser in unabsehbaren Werkstätten; aber ihr furchtbares Getöse verhallt vor den Cyklopenschlägen jener, von Dampfmaschinen gehobenen Riesenhämmer, welche die Anker schmieden auf ungeheuern Ambosen, um welche sich die schwarzen, von der höllischen Glut verbrannten Gestalten, vom sprühenden Feuerregen umgeben, mit
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 188. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/196&oldid=- (Version vom 7.5.2025)