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Erden eine Pflanze gedeihen, grünen, blühen und Früchte tragen kann ohne das Sonnenlicht, Höheres muß unsere Revolution erleuchten – denn selbst eine Quelle des Lichtes ist sie nicht.


Orleans, die Hauptstadt des Loiret-Departements, ist uralt, reich und groß: sie zählt über 50,000 Einwohner. Unter den 5000 Häusern sind manche mittelalterliche Paläste, und mehre Kirchen sind berühmt als kostbare Ueberbleibsel der gothischen Baukunst. Die Straßen sind zwar meist winkelig und enge; Märkte und Plätze aber stattlich, und die neuern Stadttheile sowohl an der Brücke über die Loire, als in der Nähe der Eisenbahnhöfe sind in breiten Straßen ausgelegt und mit schönen Gebäuden geziert. Auf dem Rathhause, einem Gebäude aus der fränkischen Zeit, bewahrt man noch eine eherne Bildsäule der begeisterten Erretterin der Stadt und Frankreichs von den erobernden Briten, – „der Jungfrau von Orleans“. – Es ist das einzige noch übrige Denkmal, nachdem in der Revolution die bronzene Gruppe, welche die Brücke zierte, mit vandalischer Rohheit zerstört und minder bedeutende Denkmäler entfernt oder vernichtet worden sind. – Orleans, durch Eisenbahnen sowohl mit Paris und dem Norden, als auch mit dem Süden des Reichs verbunden und im Mittelpunkt des französischen Fluß- und Kanalschifffahrtnetzes, bietet dem Binnenhandel und der Fabrikation Vortheile dar, die seine fleißigen und wohlhabenden Einwohner gut zu nutzen wissen. Der Zwischenhandel mit allen Erzeugnissen Frankreichs und seiner Kolonien ist sehr lebendig, und Manufakturen und Gewerbe blühen in großer Mannichfaltigkeit. Für die Zuckerfabrikation ist Orleans der Hauptort des Südens; von noch größerer Bedeutung aber ist der Weinbau; Reben decken die Gelände des Loirethals und der Seitenthäler; vielen Tausenden ist er die einzige Quelle des Erwerbs. Die Gegend um Orleans ist eben so schön als gesund, das Klima ist mild, und seitdem die Eisenbahn Orleans Paris so nahe gerückt hat, haben sich viele Familien der Hauptstadt zum Sommeraufenthalt hier angesiedelt. Der lebendige Verkehr zwischen beiden Städten erfrischt das gesellige Leben und ein durch Kunst und Wissenschaft veredelter heiterer Sinn durchdringt die gebildeten Kreise der Gesellschaft und macht den Aufenthalt für Fremde angenehm.

Orleans hatte sonst eine berühmte Universität: die älteste in Frankreich nach der in Paris; die Revolution hat sie aufgehoben. –