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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Die Julirevolution von 1830 vertrieb die Pfaffen und Heiligen abermals von den Altären, und die „großen Männer der Revolution“, zum zweiten Male ausgegraben, kehrten noch einmal zu den Grabzellen des Pantheon zurück. Am 25. Februar 1848 verschwanden sodann mit den Orleans auch die letzten Reste des Königthums, die Lilien, von den Mauern und Monumenten. Am 22. Juni war das Pantheon das Hauptquartier der sozialen Republikaner, als sie die erste gewaltige Schlacht gegen die Republik des Kapitals und Besitzes schlugen. 1500 entschlossene Männer fochten hier noch zuletzt den schweren Kampf aus, mit dem für Das Mal die Partei unterlag, deren nächster Sieg den alten Bau der Gesellschaft einstürzen und die soziale Welt auf anderm Fundamente erneuern wird. –
In architektonischer Beziehung gilt das Pantheon für das schönste Gebäude der neuern Baukunst in Paris. Es hat im Grundriß die Kreuzform bei einer Länge von 335 Fuß und einer Breite von 253. Das prächtige Portal, genau nach dem des römischen Pantheons kopirt, wird von 22 korinthischen Marmorsäulen von fast 60 Fuß Höhe und 6 Fuß Durchmesser getragen. 4 Kolossal-Statuen schmücken es, die auf die Bestimmung des Gebäudes Bezug haben. 130 Säulen korinthischer Ordnung tragen die drei Schiffe des Tempels und 52 Säulen die 282 Fuß hohe, wunderschöne, von dem berühmten Gros gemalte Kuppel. Von ihrer, die Laterne umgebenden Gallerie hat man den umfassendsten Ueberblick der Weltstadt, der Arena, wo Gewalt und Freiheit nach neuen Schlachten das Schicksal der Welt für lange Seiten entscheiden werden. –
Es gibt Städte, die für ihre Dauer einen Pakt mit der Ewigkeit zu haben scheinen. Toulouse ist eine solche. Schon lange vor der Römerzeit glänzt sie als Hauptstadt des südlichen Galliens. Jahrtausende mit ihren Stürmen des Kriegs, der Eroberung, der Revolutionen und des Wechsels von Reichen und Dynastien
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 203. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/211&oldid=- (Version vom 7.5.2025)