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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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harren, um an’s Tageslicht gefördert zu werden, und die Segnungen des Reichthums in weite Kreise zu verbreiten. Die Natur hat diese Gegenden sehr verschwenderisch begabt und der menschlichen Thätigkeit den Stoff reichlich geboten: möge nur die rechte Zeit kommen und vor Allem die rechten Menschen, welche es verstehen, jene Gaben zu nützen.
Bugia hat 5000 Einwohner. Fast die Hälfte sind Franzosen.
Das Rhonethal von Grenoble bis Valence ist ein prangender Garten. Dieses Eden Frankreichs, seine üppige und schöne Natur reizte sehr frühzeitig zur Niederlassung, und schon in den ältesten Zeiten schlugen gallische Hirtenstämme hier ihre bleibenden Wohnsitze auf. Später wurde das Rhonethal ein Zankapfel, um den sich viele Völkerschaften stritten, und die Anziehungskraft der Fruchtbarkeit und der Schönheit veranlaßte häufig fremden Einfall und Eroberung. Die Römer setzten sich zur Zeit Cäsars in demselben fest und legten Kolonien und Städte an. Diese sind größtentheils untergegangen in späteren Kriegsstürmen und bei den Verheerungen, welche der Eroberung Galliens durch die Barbaren auf dem Fuße folgten; zu den wenigen, welche sich erhalten haben, gehört auch Valence, das unter den römischen Kaisern ein Munizipalort war. Jetzt ist’s die freundliche Hauptstadt des Departements du Drome. Sie zählt in 1000 Häusern etwa 10,000 Einwohner. Die Lage von Valence ist reizend. In der Fronte hat es das Thal mit dem prächtigen Strom vor sich, der hier schon größere Segelschiffe trägt; im Rücken aber erheben sich die Berge, die verlorenen Posten der Alpen, deren lange Mauern mit ihren Hörnern und Zacken in weiter Ferne am Horizonte sich fortziehen. Alle Höhen, die das weite Rhonethal einfassen, sind mit Reben und Obstbaumpflanzungen bedeckt, und die laute Fröhlichkeit munterer, kräftiger, wohlhabender Menschen läßt erkennen, daß die Gottesgaben hier nicht ein Privilegium Weniger sind,
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 212. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/220&oldid=- (Version vom 3.8.2025)