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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Seele hohe Gedanken und wahre Gottesfurcht erheben? Ein Gefallener kann sich wieder empor richten, auch selbst der Mörder; nur der heuchlerische Schurke versinkt unter der Last der eigenen Verdammung ohne Rettung und ohne Hoffnung.
Da stehst du, stolzer Bau, mit dem das Königthum die Nemesis herausforderte und ihren Zorn auf sich lud! Da stehst du, Hieroglyphe einer Zeit, welche als die ruhmvollste Epoche der Geschichte der Menschheit begann und die der Stolz, der Segen, das Glück des Geschlechts geworden wäre, hätte man sie in ihrer Entwickelung nicht gestört. Aber tausend Teufel warfen Unkraut hinein in die reine Saat der Begeisterung und Aufopferung, damit sie ersticke; gestaut ward die Strömung, bis sie ihre Ufer überstieg und sich verheerend über das Land ergoß. Nicht Schranken noch Maaß waren dann mehr zu finden. Im wilden Fanatismus warf die franz. Revolution Jahrhunderte und Geschlechter durch einander, und ihres Schwerpunkts beraubt, kann sie das Gleichgewicht nicht finden bis auf den heutigen Tag. Ist aber das die Schuld Derer, die sie angefangen haben und die es redlich meinten mit der großen Sache der Menschheit? die furchtlos den schützenden Schild über sie erhoben und sich ihr hingaben mit ganzer Seele? Oder ist es nicht vielmehr die Schuld Jener, welche unablässig bemüht waren, sie zu vernichten, und Alles wieder in’s alte Geleise zurückzuführen? – So viel aber auch untergegangen ist in den Stürmen, welche ihren Ursprung haben in diesem Hause des Verbrechens und des Schicksals, und so hoch auch der Preis war für das Errungene: der Gewinn für die Nation ist doch ein unendlich größerer gewesen. Ja, wäre auch nichts gewonnen und wäre durch die Revolution weiter nichts gerettet worden aus dem verschlingenden Rachen des Despotismus, als das Völkerrecht der Selbstregierung, so wäre das schon des Preises werth: denn gerettet wäre damit das kostbarste Kleinod und die Bürgschaft der bessern Zukunft.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 220. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/228&oldid=- (Version vom 8.5.2025)