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Und dies soll auch uns trösten und beruhigen, wenn das Gewitter der Revolution zerstörend über blühende Saaten zieht und Felder verwüstet. Wir haben lange um Regen gebetet in dieser Dürre. Nun ist schwarz der deutsche Himmel, die festgeballten Wolken stehen am Horizont, die Blitze zucken herauf, der Donner rollt über Thal und Berg und in den Tiefen des Volks brausen die wilden Ströme. Aber seyd nicht bange! Der Athem des gütigen Weltgeistes weht auch in den heftigsten Stürmen, und vergessen sollen wir nie, daß die unermeßlich hoch aufgethürmte Schuld sein Zürnen, Rächen und Richten gebieterisch fordert. Wenn das Gewitter vorüber gezogen ist mit seinen Verwüstungen und seinen Schrecken, dann kommt tausendfacher Segen nach. Die Verlierenden sind doch nur die kleinere Zahl, und das Ganze gewinnt sicher. Freilich werden manche Pfeiler stürzen, Vieler Glück wird gebrochen werden unter den Donnerkeilen, und verfluthet und verschlemmt werden wird manche Wiese mit Millionen Blumen: aber knickt auch der Hagel tausend und aber tausend schwere Halme, stöhnst du auch mit wundem Herzen auf der Asche deiner Lebensgüter dein Gebet zum ewigen, unendlichen Geist der Welten: rechte nicht mit dem Blitze, der dich getroffen; denn du würdest mit Gott rechten, der das Wetter zuließ. Die Revolution ist eine Nothwendigkeit für Deutschland geworden, wie sie für Frankreich eine war und noch ist. Sie stürzt den Boden der Gegenwart um, ohne lange darnach zu fragen, was darauf steht, und wirft die Saat des Besserwerdens für künftige Jahrhunderte und Jahrtausende hinein. Wenn sie schonungslos verfährt mit dem Bestehenden: kann sie anders? Das Jetzt ist ihr nichts; die Zukunft ist ihr Alles! Und das Jetzt, das uns so zittern macht und zagend, was ist es? Ein Tropfen im Ozean. Und unser Leben? Ein verhallender Laut. Und unser irdischer Besitz? Ein flüchtiger Traum. Und wenn nun das Rad der Revolution über dein Glück zermalmend hinrollt, wenn es in Stücken geht in der großen gewaltigen Fluth der unvermeidlichen Umwälzung: so ertrage es mit christlicher Demuth. Hast du aber Alles verloren auf Erden, so suche Trost im Blick zum Himmel. Dort steht ja dein Stern der Ewigkeit.


Am linken Seineufer, 4 Stunden von Paris, in einer freundlichen Hügellandschaft, liegt Versailles, – „des Königthums verzogene Tochter,“ jetzt eine arme verlassene Waise. Erst seitdem die Eisenbahn die Stadt mit Paris verbindet, fand ihr Verfall eine Grenze. Versailles ist jetzt gleichsam nur eine Vorstadt der Metropole; denn die Fahrt dauert nur 20 Minuten. Darum kann es nicht in Erstaunen setzen, daß die Bahn jährlich 3-4 Millionen Reisende befördert; an manchem schönen Sonntag allein 40–50,000. Der Versailler Bahnhof liegt hoch und gewährt einen großen Anblick. Man übersieht die mit uralten Hainbuchen bepflanzten Avenuen