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den Gewässer und das Tosen und Brausen aus der Ferne von Wasserfällen und Kaskaden: denn wo du nur hinschaust, in jeder Durchsicht, in jeder Allee, auf jedem Platz, allenthalben sprudelnde, stürzende, steigende Wassergebilde! und dazu das jubelnde, frohe, schäkernde Getümmel der Hunderttausende! Es ist eine Szene, die man in der Welt nur noch einmal antrifft: – in St. Cloud.

Trotz der großen Summe von fast einer halben Million Franken, welche die Republik auf Erhaltung der Wasserkünste zum Amüsement des Volks von Paris verwendet, gehen sie ihrem unvermeidlichen Untergange entgegen. Viele Fontainen versagen schon den Dienst, bei manchen bleibt das Wasser ganz aus, bei anderen quillt es nur stoßweise hervor, Röhren sind gesprungen und setzen ganze Distrikte des Gartens plötzlich unter Wasser, zum Schrecken der fliehenden Menge, während hier ein Wallfisch, dort ein Bär, da eine Schildkröte, hier ein zartes Nymphchen auf dem Trocknen sitzen und vergebens nach Erfrischung und Nässe sich sehnen. Die Erhaltung ist jetzt nur auf’s Nothdürftigste beschränkt, und die ganze Herrlichkeit würde vielleicht schon dem Schicksal aller irdischen Dinge verfallen seyn, wenn die Regierung nicht wußte, daß die „grandes eaux“ auch eine Lebensfrage sind für die Bürger von Versailles, denen das Schauspiel jährlich 4–5 Millionen Franks aus der Hauptstadt zuführt. Kaum haben nämlich die Drachenungeheuer am großen Bassin des Neptun ihr letztes kaltes Herzblut ausgeächzt, so erhebt sich alles Volk, und fort wälzt sich der Menschenstrom nach der Stadt, wo den Hungernden und Durstenden alle Thüren sich öffnen.

Fragen wir aber, was hat diese armselige Spielerei gekostet und auf welche Veranlassung und für welchen Zweck ward sie geschaffen? so lautet die Antwort: sie kosteten zu bauen und zu unterhalten während des Königthums 1200 Millionen Franks, und ein Despot schuf sie, um die üppige Phantasie seiner Hure zu befriedigen. Dies ist der schmutzige Ursprung dieser strahlenden Gewässer, und dies der Zauberstab, der all’ diese Herrlichkeiten, Schloß, Park und Stadt aus dem Nichts in’s Daseyn rief! Als Ludwig XVI. zur Regierung kam, fand er eine Schuldenlast von fünftehalb Milliarden; der Staat stand rettungslos am Bankerott und rann unaufhaltsam dem Verderben zu. Man hat berechnet, daß auf Versailles, das 800 Millionen zu bauen gekostet hat und jährlich 10–20 Millionen zur Unterhaltung und Verschönerung fraß, eine größere Summe aufgewendet wurde, wie die ganze Schuld betrug, die den Staat in den Abgrund stürzte. Und doch gibt es noch heute Menschen genug, die solche Ausgaben der Fürsten vertheidigen oder entschuldigen, und die es in der Ordnung finden, wenn ein König Millionen der Steuern verschwendet, um seiner Baulust zu fröhnen, seine Residenz zu schmücken, seine Eitelkeit oder seine Prunksucht zu befriedigen, während der arme Häusler die Kartoffeln ohne Salz essen muß.

Ludwig XIV. hatte 1000 Pferde in seinem Marstall zu Versailles und 200 Hofwägen in den Remisen; 1200 Diener, 40 Kammerherren, 80 Pagen warteten seiner Person und 5000 Schweizer bewachten sie. Jedes