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Eine zweite Fackel wird angezündet, um hinab zu leuchten, wo die Heilquelle geboren wird. Auf schmalen, in die Felswand gehauenen Stufen geht es hinunter, ein großes Felsthor thut sich auf, dichte, warme Dampfwolken hüllen dich ein und in der Tiefe siehst du polternd und zischend die gischtenden Wasser aus dem schwarzen Marmorfels hervorbrechen. Ein Fünftel der Wassermenge genügt für den Bedarf der Bäder und wird in Röhren hingeleitet; das Uebrige stürzt über die Felswand und vermengt sich mit der Tamina.

Pfeffers würde ein Weltbad seyn, – denn die außerordentlichen Heilkräfte seiner Quellen übertreffen die der meisten europäischen Thermen! – wenn für behaglichere Zustände der Kranken und Leidenden gesorgt würde und zweckmäßigere und großartige Anlagen die Ansprüche befriedigten, welche jetzt die Majorität Derer macht, welche Bäder besuchen. Aber die alten klösterlichen Gebäude in der Taminaschlucht, die den Kurort ausmachen, bieten gar keine Bequemlichkeiten und die 70 bis 80 Babestübchen, die sie enthalten, sind klein, kaum reinlich erhalten und eine hübsche Wohnung ist in ganz Pfeffers nicht zu finden. Trotz dieser abschreckenden Umstände ist doch das Bad fast jedes Jahr überfüllt und mancher Leidende kann nicht einmal das dürftigste Obdach finden. Vergebens hat die Regierung des Kantons dem Kloster einen hohen Preis für das Bad geboten, in der Absicht, ihm durch die geeigneten Einrichtungen eine seinem großen Rufe würdige Gestalt zu geben: die Mönche haben stets jedes Anerbieten abgelehnt, und so wird wohl so lange die alte Wirthschaft bleiben, bis die Abtei Pfeffers der Säkularisation anheim fällt, ein Schicksal, dem sie nicht entgehen kann: denn die Zeit steht nicht still und der tausendjährige schweizerische Wettkampf zwischen herrischem Priesterthum und der emporstrebenden Bürgerfreiheit, zwischen Dunkelheit und Licht, wird nicht endigen, so lange er noch in dem Bestehen der Klöster und geistlichen Stiftungen Spielraum findet.