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„politische Verbrecher“ von jeher mit der schmählichsten Rachsucht, mit der grimmigsten Wuth von ihren siegreichen Gegnern verfolgt und mißhandelt worden sind. Und solcher Märtyrer barg dieses französische Staatsgefängniß zu jeder Zeit in seinen Mauern.

Schmerz ergreift uns bei dem Gedanken, daß, soweit unser Auge in die Vergangenheit der Völker zurückblicken kann, jeder Schritt vorwärts auf dem Pfade der Besserung, der Veredelung, der Vervollkommnung der menschlichen Zustände in Staat und Kirche, Schule und Familie auf den hartnäckigsten Widerstand traf und mit höchstem Kraftaufwand erkämpft werden mußte. Tiefer Schmerz faßt uns bei dem Hinblick auf ganze Geschlechter, Völker und Nationen, denen jeder Schritt vorwärts so lange unmöglich gemacht worden, bis die Widerstandskraft und der Kampfmuth versiegt waren, und die wir nun vor uns sehen zu Automaten vertrocknet, in denen der Geist, das Feuer des Redens, erloschen ist. Das niederdrückende Gefühl, das uns vor solchen verknechteten Menschenmassen ergreift, wird nur gemildert durch die Erinnerung an die einzelnen hervorragenden Gestalten jener Männer, die im Ringen gegen die Gewalt Ehre und Heil ihres Geschlechts zu retten gesucht, und selbst im Untergange, im tiefsten Fall und niedrigsten Elend, noch erhaben und leuchtend vor uns stehen: – Sterne in dunkler Nacht.

Ihr Ringen, wenn auch erfolglos, war inzwischen nicht vergeblich! Ihre Saat, wenn auch vom Fußtritt der Tyrannei noch so tief in den Boden gestampft, geht dennoch auf! Sie können den Boden nicht vernichten, die Saat nicht tödten, die finstern Mächte, welche ihre Geißeln über die Völker schwingen! Sie keimt im Boden, sie bricht über Nacht hervor, sie wächst hinan zum Riesenbaume, der die Gipfel den Wolken zustreckt und Jahrtausende dauert, während jene ersticken in ihrem eigenen Unkraut, das sie allein mit Liebe gepflegt haben. Durch tausend Beispiele predigt die Geschichte den Unterdrückten: Bewahrt den Boden rein, die Saat der Edlen geht auf und auf ihren Gräbern ärndten kommende Geschlechter: – ihr Tod ist das künftige Leben der Freiheit.

Ja, so ist es! Baut immerhin Gefängnisse, um deren fensterlosen Thürme die Raben und Eulen flattern, und deren schauerlicher Anblick gemeine Serien mit Schrecken erfüllt! Foltert die Helden des Volks durch heimliche Gerichte, dunkle Kerkerhaft und rohe Beschimpfungen; dingt die Banditen der Feder, daß sie die Männer des Volks mit niedrigem Verdacht besudeln; oder hetzt die dressirten Söldlinge an sie; macht den Belagerungszustand permanent für jedes Städtchen, das Standrecht zum einzigen Recht in jedem Dorfe und auf jedem Kreuzwege den Galgen zum Wegweiser für den Himmel: so wenig wie von Lady Macbeth’s „kleiner, weißer Hand des Mordes Blut wäscht das tiefe Meer“, so wenig könnt ihr der folternden Ueberzeugung entrinnen, das, alle Schreckungssysteme mit Standrecht, Marter und Gefängniß die stärksten Mittel sind, den Sinn und die Treue für Volksehre und Bürgerfreiheit in jedem braven Mann zu befestigen. Die Tyrannei war allezeit Thorheit; aber die größte ist sie im neunzehnten Jahrhundert. Was nützt es, daß sie die Bedienten- und Hasenherzen schreckt, die auch ohnedem der Willkür immer gehorsam sind? Männerherzen