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flößt sie keine Furcht ein; da weckt sie nur Verachtung! Die Weltgeschichte aber sagt den Tyrannen mit einem Blick, der ihnen Grauen in die Seele gießt, daß die geworfene Saat aufgeht, und daß wie ihre Saat ist, so die Aerndte. Ihre Aerndte aber reift schnell, – sie düngen ja mit Blut. Die Saatfelder des Despotismus, wie stehen sie so üppig, wie sind sie unabsehlich! Betrachtet – meine Freunde! – den Welttheil von seinem Westrande an, wo ihn der Ozean bespült, bis zu den Steppen Asiens: überall seht ihr blutgetränkte Fluren, grünend, schossend, reifend! In Portugal, wie in Spanien, in Italien, wie in Griechenland, in Deutschland, wie in Frankreich, in den Niederlanden, wie in Dänemark, in Ungarn, wie in Polen, in der Türkei, wie in Rußland – allenthalben haben Königsschwerter gepflügt und Königshände gesäet – und was ist aufgegangen? – Auf der pyrenäischen Halbinsel der Bürgerkrieg in Permanenz, geschaffen und gepflegt von herrschsüchtigen Prätorianern und Pfaffen, blödsinnigen Thronprätendenten und zwei lüderlichen Messalinen, welche spielen mit der Krone des Volks, das sie bestehlen und quälen. Wo 40 Millionen Menschen frei und glücklich leben könnten, ist die Bevölkerung bis auf ¼ zusammengeschmolzen, und diese kümmerlichen Reste hetzt man auf einander, sich gegenseitig zu erwürgen, auf daß die königliche Diebebande Zeit gewinne, die letzten Reichthümer der Nation zusammen zu raffen und in Sicherheit zu bringen. Während Spanien so aus einem Paradiese zur Mörderhöhle wird, und aus der edelsten Nation eine Heerde wilder Thiere, besorgen die „Vettern“ die königliche Saat im Hesperidenlande, in Italien. Neapel und Sizilien sind Bettel- und Räuberherbergen geworden; allgemeine Verdummung, Hofverschwendung, Lazzaroni-Regiment, Revolution und Volksmord grünen und blühen, Dank dem Königsverrath an der Nation, seit den Tagen der europäischen Restauration. – In Rom aber, in dem Lande, wo Staat und Kirche zu einem Wort zusammengeflossen waren, versinken beide im unergründlichen Sumpf der langen Pfaffenwirthschaft, und selbst ein Pius warf da vergebens den Rettungsanker aus. Das schöne Norditalien hingegen verkümmert und verblutet gar unter dem Doppel-Joch, das ihm einheimische und fremde Despotie auflegten. – In Griechenland geht die Saat der Groß- und Schutzmächte auf; hier krümmt sich das seiner Selbstbefreiung nie froh gewordene Volk zwischen russischen Bärentatzen, französischen Katzenpfoten und englischen Goldfingern. Vergebens leert Gott sein Füllhorn über das herrliche Land; Armuth und Verwilderung reichen sich die Hände und freche Gewalt dolmetscht höhnend eine freie Verfassung. – In Ungarn ist aus der habsburger Drachensaat die Republik emporgewachsen; die Säemänner stehen verwundert vor ihrem Werke und das Volk im Schmuck des Ehrenkranzes vor ganz Europa, gegen den der Despotismus nun wüthend mit der Knute schlägt. – In Frankreich, wo die Tyrannei unter allen Gewändern so oft schon reifen sah ihre Saaten, da hat sie von Neuem bestellt ein reiches Blutfeld von Verderben, Fluch und Schande. Die jetzige Republik ist nur die falsche Firma für die Gewaltherrschaft eines Schurken – die Aerndte ist noch zu erwarten und – an ihr wird Theil haben die Monarchie des ganzen Welttheils,