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die schon der Gedanke daran zittern und beben macht. – In den Niederlanden sind die Wunden noch nicht vernarbt, welche das schamlose Gladiatorenspiel zu Antwerpen schlug. Die Holländer keuchen unter ihrer Bürde; Belgien aber lacht und tummelt sich frisch im Sonnenscheine seiner Freiheit, – dieser oranischen Fürstensaat. – In Dänemark hat der Absolutismus Hochmuth gesäet und die Demüthigung des Königthums ist aufgegangen. Die dänische Volksfreiheit wurzelt im Blute von Schleswig und Holstein, und in den jütschen Marschen schoßt die Saat beispielloser Königsperfidie und Unehre zu allgemeiner Entrüstung auf. – In Polen hat die Allianz der Länderdiebe Drachenzähne in Unzahl ausgestreut. Ueberreich war schon die Aerndte der Peiniger; aber die überschwenglichste wird noch kommen. Polen wird seiner Mörder Tod. – In Rußland, dem Lande des Schweigens und des Schreckens grünen unabsehliche Felder. Sechzig geknutete Völker gehen dort im Joch und ziehen jetzt auf des Zaaren Geheiß nach Westen: aber – was keine Ukasen hindern können – der laue West der Freiheit weht sie dort an, und die Treiber beben. – Die hohe Pforte aber, auf ihrem Aerndtewagen sehen wir sie zu Grabe fahren.

Und in Deutschland? Da haben Saat und Aerndte schon mehrmal gewechselt, seit Napoleons Schwert das Reich umgepflügt! Man säete in Wien und in Frankfurt, im heiligen Bund und im Bundestag, in Karlsbad und sonst wo. Alle geheimen Vorrathskammern des Absolutismus wurden aufgeschlossen und eingestreut wurden in den Schooß der deutschen Erde die Giftkörner mit vollen Händen. Und die Frucht sie brannte das Volk in den Eingeweiden; aber statt den Geist zu tödten, stachelte sie auf zum Widerstande. Der Hohn, die Arglist, die Lügenkunst und die Nichtswürdigkeit einer trugvollen Politik kamen zur allgemeinen Kenntniß und erregten den bittersten Haß. Die Vermehrung der Staatsbedürfnisse wuchs mit der Unzufriedenheit, und um Vertrauen und Ehrgefühl im Deutschen zugleich auszurotten, mußte die Wahrheit unterdrückt, die Presse geknebelt werden. In den Tagen der Befreiungskriege hatte das deutsche Volk Ehre gewonnen und Ansprüche auf die Dankbarkeit der Fürsten. In seiner Bescheidenheit verlangte es vor Allem nach Einheit des Reichs. Dahin hatten schon der Tugend- und der Männerbund gestrebt, dahin strebten die Burschenschaft mit ihren schwarz-roth-goldenen Hoffnungen, die Turngemeinden und die patriotischen Schriftsteller, wie Oken, Arndt, Fried, Luden und Andere. Die Herren des Bundestags aber sahen in diesen Aussaaten nur die passende Gelegenheit, die Wirkung ihrer Vertilgungsmittel zu prüfen. Sie setzten aus den feilsten Werkzeugen der Macht eine Art Heilausschuß nieder und statteten ihn aus mit unbeschränktem Mandat zu Inquisition und jeder Gewaltthat. Von diesem wurde dann, seinen Instruktionen gemäß, vor dem verwunderten Europa eine deutsche, große, weit umgreifende General-Verschwörung auf Hochverrath proklamirt, die angeblich auf Fürstenmord ihre Erfolge baue, und ein Heer von Polizeibeamten und Spürhunden wurden über Deutschland losgelassen, aufzustöbern, zu hetzen und zu fangen Alles, was den Plänen des Despotismus anstößig war. Die Gefängnisse