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füllten sich mit angeklagten Männern und Jünglingen, deren Verbrechen darin bestand, daß sie für „Kaiser und Reich“ schwärmten. Wie die gemeinsten Verbrecher schleppte man sie von Kerker zu Kerker, bis das Ungethüm der Mainzer Zentral-Untersuchungs-Kommission große Papiermassen in nichtsnutzige Aktenstöße verwandelt hatte. Akademische Lehrer, die Zierden der Nation, entfernte man aus ihren Auditorien, man band die Zungen und knebelte die Geister, kurz, man „stellte die Ruhe und Ordnung wieder her“.

Also wurde die Saat in den Boden gestampft zum zweiten Male. Manche edle Blüthe der Nation verwelkte im Kerker, Jünglinge mit vollen Locken und Feueraugen warf man hinter die Eisengitter, um abgestorbenen Greisen einst die Gefängnißthüren wieder zu öffnen.

Die Saat keimte still und unbeachtet unter dem Schnee des langen deutschen Winters! Als aber die Julisonne des Jahres 1830 ihn aufthaute, wie schoß sie empor! Sie war in Jünglingsherzen gestreut worden; nun ging sie in Männerherzen auf, deren eisernen Freiheitssinn die schweren Hämmer einer langen Zeit des schmachvollsten Drucks gehärtet hatten. – Auch diese Saat ward wieder zerstampft. Wieder war Treibjagd nach dem Edelwild von Memel bis nach Bacherach, und wir Männer des Volks waren vogelfrei für jeden Schuft, der einen gesinnungstüchtigen Bürger als Verschwörer angeben mochte. Wir wurden gehetzt von einem Hochverrathsprozeß in den andern, mundtodt erklärt, oder stumm gemacht hinter den Mauern der Kerker. Aber umsonst waren unsere Opfer nicht; das deutsche Volk hatte davon Gewinn. Es that einen Riesenschritt weiter: statt nach Reichseinheit verlangte es nach Volksfreiheit; Konstitution war das Stichwort jener Tage, und das allgemeine Verlangen war, daß der 13. Artikel der Bundesakte Wahrheit werde. Das Volk forderte, daß alle seine Fürsten wie ehrliche Männer Wort halten sollten. Der gute Michel! er glaubte noch! Der deutsche Bund aber unternahm es, diesen Glauben auszurotten. Er steigerte das Abschreckungssystem auf den Gipfel; die Gefängnisse füllten sich an mit Staatsverbrechern, Hochverräthern, Majestätsbeleidigern, die der Sammelname „Liberale“ bezeichnete; denn das war damals der Schimpfname für Diejenigen, welche gegenwärtig von derselben Partei, welche jetzt als „konstitutionelle“ die alten konservativen Wege geht, als „Demokraten“ verfolgt werden. Und mit dem Bundestag machten die europäischen Fürsten Chorus. Polen fiel, das freie Frankreich sank, betrogen, in die schmutzigen Fesseln des Orleans, und Deutschland entschlummerte an der narkotischen Wirkung der Bundesbeschlüsse von 1832. Viele edle Männer alterten in den Kerkern; manche befreite der Tod. Es war finster geworden am Hoffnungshimmel der Nationen.

In diese trostlose Zeit fällt die religiöse Episode. Der Geist des deutschen Volks, dem das Politische verschlossen war, wandte sich zum Kirchlichen. Es begannen die religiösen Kämpfe in Deutschland, die in beiden Hauptheerlagern, im katholischen wie im protestantischen, mit gleichem Eifer geführt wurden. Aber auch hier erschien bald der Despotismus als Säemann. Im Süden Abel, im Norden Eichhorn, dort Jesuiten und