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und die Zivilisationsformen sind nur Wogen, die in demselben auf- und niedersteigen. Sie kommen, sie schwellen und sie vergehen, um – kommenden Platz zu machen. So ist’s gewesen von Anbeginn und so wird’s seyn in Ewigkeit.


Die Universitäten sind die Tragsäulen jener Kultur, welche, wurzelnd in den Ruinen der klassischen Welt, das ganze Mittelalter umfaßt und ihren Entwickelungsgang mit der Gegenwart abschließt. – Als das Weltreich Rom, das in seinem Schooße alle Völker, vom Ursprung des Euphrat an bis zum Ostseestrande, aufgenommen, aus den Fugen ging; als die Riesin, welche die Völker dreier Welttheile in Ketten schlug, nach langem Wüthen in ihrem eigenen Eingeweide, verblutet war; als ausgespielt waren die alten Götterspiele, ausgeträumt der alte Traum und ausgestorben das Leben in den starren Formen; als die Mordfackel der Barbaren die Verwüstung in die römische Welt getragen und das Schwert den Boden aufgerissen hatte: da warf das Christenthum in die bereitete Erde die Saat einer neuen Kultur. Das Kreuz war sein Symbol. Das Kreuz wurde aufgerichtet auf dem ruinenbedeckten kapitolinischen Hügel, und Rom wurde zum zweiten Male der Sitz der Weltherrschaft und der Mittelpunkt der jungen Zivilisation, wie es der der alten zuvor gewesen. Das christliche Rom that, was das heidnische gethan hatte. Es sandte Eroberer aus mit Kreuz und Schwert, sein Reich zu mehren, Apostels- und Heldennaturen, die gemacht sind, um Altäre und Reiche zu gründen und die Gesellschaft in neue Formen zu kleiden. Bonifazius und Carolus Magnus trugen auf Roms Geheiß das Banner der neuen Gesittung unter die Völker, und indem Letzterer, eingesetzt von dem Hohenpriester zum Erben der Imperatoren, die christliche Zivilisation auf der Spitze des Schwertes siegreich durch Europa verbreitete und für sie Propaganda machte in hundert Schlachten, wurde er zugleich ihr Haupt und ihr Apostel. Was er mit dem Schwert gepflanzt hatte, das suchte dieser große Mann durch zweckmäßige Institutionen auch dauernd zu befestigen. An die Nöthigung der Gewalt knüpfte er die Nöthigung der Lehre; an den großen Eroberer den größeren Organisator und Regenten. Wo Karl das Kreuz aufgerichtet, da richtete er Schulen ein, und wo er die Reste heidnischer Kultur zerstört hatte, da ließ er nicht ab, bis der Bau der christlichen herrlich emporstieg. In der Gründung von Unterrichtsanstalten sah er aber die dauerhaftesten und stärksten Pfeiler der neuen Gesittung, und er hat sich nicht betrogen.

Ehre, dem die Ehre gebührt! Es ist wahr, was ein anderer Beurtheiler gesagt hat: „Hätte das mit Carolus Magnus beginnende Mittelalter nichts weiter gegründet und hinterlassen, als diese in ihrer wahren Eigenthümlichkeit