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Glück des Volks, und nicht bloß des französischen, zu mehren und zu sichern. Denn, andern geistlichen Körperschaften unähnlich, wie sie nicht bloß mit dem Kreuze nach dem Himmel, sondern beherrschte auch die Volkserziehung und bot mit standhaftem Muthe der Krone wie der Tiara Trotz. Aber ihr Gebrauch von dieser hohen, gewaltreichen Stellung hat den Nationen nicht gefrommt. Die Sorbonne beschränkte ihre Machtübung auf das Gebiet ihrer Vortheile, ihr Vertheidigungemuth blieb innerhalb des Kreises der Rechte und Freiheiten der gallikanischen Kirche, kurz, sie erhob sich nie und nirgends über die Region hierarchischer Herrschsucht. Diese, kein höherer Geist, leitete sie in ihren Kämpfen erst gegen den Jesuitismus, dann gegen die Reformation; dieser Geist ließ sie zuerst die Schandthaten der Pariser Bluthochzeit gut heißen und dann in denselben Räumen für die Jansenisten gegen den Papst auftreten; dieser Geist trieb sie selbst auf die Seite der Jesuiten, nachdem Kardinal Fleury im Jahre 1729 hundert ihrer Doktoren verbannt hatte; und derselbe Geist führte sie endlich über die gefährlichste Brücke aller gesunkenen Größen, über die der Lächerlichkeit, in’s Land der Vergessenheit. Die Revolution zertrat die widerspenstige Sorbonne, konfiszirte 1792 ihre Güter und schloß ihre Räume.

Jetzt lebt die Sorbonne in der Universität fort; aber Universitäten überhaupt sind ihrer frühern Mission nicht mehr gewachsen. Zwar zieren Ehrenkränze ihre Scheitel; doch sind sie Greise. Das Institut hat sich überlebt. Schon „die äußere Architektur der vier Fakultäten entspricht längst nicht mehr der inneren Organisation der Wissenschaften.“ Das Volk macht endlich auch seine Ansprüche an die aus seinem Boden entsproßten Pflanzungen der Kunst und Wissenschaft geltend und verlangt Mitgenuß; es will nicht bloß aus der Ferne Blüthen sehen, es will auch Früchte erndten und selbst genießen. Und das von Rechtswegen. – Die Universitäten, Kinder des Mittelalters, entsprachen den Bedürfnissen ihrer Zeit. Sie waren – wer wollte es nicht dankbar erkennen! – die Träger der Bildung und der Kenntnisse, die das Leben schöner und nützlicher machen; sie waren es, die noch vor Erfindung des Bücherdrucks zur Ausbreitung derselben das wirksamste Mittel beherrschten: das lebendige Wort vor der großen Zuhörerschaft. Die Weisheit war damals auch nicht an den Lehrstuhl gefesselt: die Männer der Wissenschaft wanderten von Ort zu Ort, von Hochschule zu Hochschule, oft durch ganz Europa, um allenthalben zu lehren und durch Disputationen der Wahrheit ihrer Worte breiteren Eingang und festen Sieg zu verschaffen. Da fiel auch unterwegs manches gute Korn in fruchtbaren Boden.

Die großartigste Wirksamkeit der Universitäten zeigte sich durch die Reformation, welche nur durch den freien Forschergeist, der von jenen Instituten ausging, hervorgerufen werden konnte.

Aber unmittelbar nach dieser gewaltigen Kraftäußerung des Universitätslebens folgte auch Ermattung. Der Wettkampf um die geistige Freiheit an den Bildungsstätten der Reformatoren artete aus in kleinliche Zänkereien. Die Wortführer derselben nannten sich die Nachfolger jener großen Helden. – Die trübe Quelle dieser