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Widerstand des äußern Feindes gebrochen, als der spanische Boden von ihm befreit war, da fiel die ermüdete Menge in narkotischen Schlummer zurück. Vergeblich suchten jene Feuergeister, welche das spanische Volk wieder empor heben wollten zum Genuß der Freiheit, für Verfassungen und Verwaltungsreformen zu erwärmen; die Indolenz der Massen und die Künste der bourbonschen Dynastie wirkten ihnen entgegen, der kein Mittel zu schlecht war, um die goldenen Tage unbeschränkter Willkürherrschaft zurückzuführen und bleibend zu begründen. Bei dem Kampfe dieser antagonistischen Kräfte entbrannte der Bürgerkrieg, und dieser ist, wenn auch mitunter Pausen eingetreten sind, permanent geblieben bis auf den heutigen Tag. Mit ihm das offentliche Elend. Der Thron ist zur Mördergrube geworden unter der Fahne eines Kindes und die Regierung zu einer Höhle, in der Diebe und Gauner frech ihr Wesen treiben.

Und so sehen wir unter dem Fluche: „Wehe dem Lande, deß König ein Kind ist!“ in Spanien das Bild von Nationalelend, wie in keinem Lande der Erde. Ich will nicht sagen, daß es nicht noch unglücklichere Völker gebe – die Sonne bescheint gar vielen Volksjammer auch anderswo! – aber das Elend erscheint dort so entsetzlich, weil die Kluft zwischen Dem, was dieses Volk seyn ''könnte, und Dem, was es heute ist, so grausenhaft weit und tief vor uns liegt. Ich gebe wenig auf den Ruhm, daß ein spanischer König einmal Herr von Ländern war, in denen die Sonne nicht unterging. Die Eroberungslust gehört in die Flegeljahre der Nationen und bringt nie Segen. Aber das ein so hochherziges Volk, eine solche mannhafte Nation, so tief sinken konnte, daß sie gleichsam schutz- und obdachlos nur noch in Ruinen wohnt, ist traurig. Sieht es doch aus, als wenn aus den kühnen und starken Jünglingen mit einem Male Greise geworden wären! Verdrossen schleppen sie die nichtswürdige Sklavenkette, und von der Lust, zu schaffen und zu wagen, von ihrem Kampfesmuth und ihrem Freiheitsstolze ist an den Spaniern kaum eine Spur mehr zu sehen. Wer that's? Ich sagte es schon und sage es wieder: Ihre Könige und Pfaffen. Die Fürsten und Pfaffen haben im Volke den Stolz gemordet und den Muth gefesselt. Sie haben Ketten an jedes Wagniß, Steuern und Zölle auf jede Unternehmung gelegt. Sie haben die eroberten Länder geknechtet, bis sie sich frei machten. Sie haben Flotten und Heere ihrer Herrschsucht und Eitelkeit geopfert. Sie haben die Millionen des Staatseigenthums auf die Altäre des Wahns und der List gelegt. Und nachdem Männer und Weiber seit Jahrhunderten auf ihren Thronen mit unsäglichem Eifer am Untergange des Reichs gearbeitet, nachdem sie mit teuflischem Scharfsinn jede Quelle des Wohlstandes erspäht und bezollt oder verstopft, nachdem sie mit Inquisition und Zensur gewüthet, nachdem sie mit den schimmernden Lastern des Hofes und dem höllischen Werkzeug des Beichtstuhls die Sittlichkeit des Volks untergraben und angefressen haben, und nachdem sie endlich der großherzigen Erhebung der Nation mit schwarzem Undank vergolten und sich und das Volk zum Gegenstand des Bedauerns und der Mißachtung vor ganz Europa gemacht, – setzten sie die schwere, beschmuzte und blutbefleckte Krone auf das Haupt eines Kindes, dem eine verbrecherische, treu-, ehr- und schamlose Mutter – die Königin aller Nichtswürdigkeit – beim Zepterhalten die Hand führt.