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Thatenzeit der Nation, ihre Erhebung – da die Jahrhunderte lang getrennten und aufeinander gehetzten Volksstämme die Waffe erfaßten und den zertrümmernden Schlag auf das Zuchthausleben des alten Polizeistaats führten. Der wahrhaft große Anfang verdiente ein großes Ende. Und Volk! Du würdest ein solches erreicht haben, hättest Du weniger treu gehofft und weniger standhaft vertraut. Aber Du wähltest Deine Bauleute nach den Winken Deiner Gutmüthigkeit und Deiner angeerbten Hochachtung für den Ruhm der Gelehrsamkeit. Beamte, Pfaffen und Professoren füllten das erste deutsche Parlament, der Vorhang der schwarzrothgoldnen Volksherrlichkeit rollte auf und ein Schauspiel begann, wie nie eins war und nie eins wieder seyn wird auf dieser Erde.

Da saßen sie in der Paulskirche zu Frankfurt am Main, und während die Nation ein volles Jahr lang, bald bittend, bald ungeduldig und entrüstet, an die Pforten klopfte, während die Fürsten Tag und Nacht an zersprengten Fesseln so eifrig schmiedeten, daß die Erde davon erdröhnte, während tausend und aber tausend Zeichen zur Eile spornten, und die folgenschwersten Ereignisse Schlag auf Schlag sich folgten, – Schläge, laut genug, um Todte aufzuwecken: – da saßen sie behäbig, Deine gelehrten und beamteten Herren, die seit Jahrhunderten jedes deutsche Gesetz theoretisch fertig gesponnen und praktisch ausgeführt hatten, jedes Trauer- und Freudenfest in den Fürstenfamilien belauscht und bewacht, jeden deutschen Heller berechnet, jede deutsche Familie und jeden deutschen Hühnerstall geblutzehntet, jedes deutsche Kind getauft oder einregistrirt, jeden deutschen Lebenslauf gezügelt und geregelt, jeden Todten mit begraben, jede Arbeit kontrolirt, jede Gerechtsame bestimmen helfen, die alle Schlupfwinkel der deutschen Geschichte ausgekrochen, alle deutschen Stammbäume gezeichnet und mit schützenden Stacketen umgeben, jedes deutsche Wappen sich in’s Herz geprägt, kurz die an jeder Faser des deutschen Landes- und Volkskörpers gespäht, geforscht, geschnitten und gestritten hatten, – da saßen sie zwölf Monate lang und machten Deine – Reichs-Verfassung. Und als das Werk fertig war und mit Kanzleischrift auf Pergament geschrieben und unterzeichnet von Allen, die es gemacht hatten, da schwuren die Autoren hoch und theuer bei ihrer Ehre und dem Vaterlande, daß nur diese Konstitution für Deinen Körper tauge, und rührend war es, anzusehen, wie sie zusammenstanden und gelobten bei ihrer Seligkeit, daß sie für diese Verfassung in den Tod gehen und ihr opfern wollten Hab und Gut. Und, Volk, Du hast’s geglaubt und hast es nachgeschworen. Aber sieh’! Während noch das Echo Deine Eide nachrief über Berg und Wald und Thal, da waren Deine Gefeierten, jene „Edelsten, Besten und Ehrenfesten“, eines Anderen belehrt worden, und – gelehrig wie eine Wetterfahne – war ihnen ein Königsfußtritt genügend, um sie jenes große Werk auf der Eselshaut als eine „frevelhafte Verirrung“ reumüthig erkennen zu lassen und die Bußfertigen zu bestimmen, es zu verleugnen. Hintretend vor die Nation, nannten dieselben Männer, die sich vermessen hatten, vor aller Welt zu erklären: „Nicht ein Jota dürfe an Dem geändert werden, was sie, als deutsche Reichsverfassung, endgültig dem deutschen Volke übergeben“, – nun ihr Machwerk einen „lebensunfähigen und todtgeborenen“ Wechselbalg!