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ist so gut gefügt, daß vielleicht noch Jahrhunderte vergehen können, ehe die Geschichte seine letzte Seite schreibt. Welche Gewitter müssen durch die Zeiten toben, welche Stürme rasen, welche Ereignisse die Völker aufregen in ihren tiefsten Tiefen, ehe das kolossale Haus britischer Weltherrschaft zusammenbricht und ehe der Spruch des Gerichts vollzogen wird, das jetzt seine ersten Ladungen schreibt!

Im Tower von London ist der klassische Boden der britischen Geschichte. Hier wurde die Magna Charta entworfen und von vielen Königen bestätigt. Viele andere Begebenheiten, an welche sich die Geschicke des Reichs knüpften, hatten im Tower ihren Schauplatz: – Thaten des Glücks und der Freude, oft auch des Unglücks, der Trauer und des Verbrechens.

Als Roms Stern untergegangen war in Britannien, folgte im verlassenen Lande die Finsterniß der Zerrüttung. Bürgerkrieg zerfleischte das Volk und die Fehden der Häuptlinge fraßen seine Kraft. Da kamen die aus Deutschland zur Hülfe herbeigerufenen Angelsachsen, und in dem Durcheinander machten sich die Gäste zu Meistern des Landes. Mit der Sachsenherrschaft erschien für Britannien ein neuer Tag. Das Reich wurde aufgebaut in allen seinen Theilen nach den Grundsätzen germanischer Freiheit, in denen die Rechte des Volkes vollkommen gesichert waren und gewährleistet durch die Theilnahme an der Gesetzgebung. Vier Jahrhunderte dauerte seine Blüthe, und in Alfred dem Großen sah die Welt einen der erleuchtetsten Fürsten, dessen weise Einrichtungen zum Theil noch fortwirken bis auf den heutigen Tag. Als jedoch im 10. Jahrhundert das Schwertrecht des Eroberers über Menschenrecht gesiegt hatte, da wurden die Herren zu Knechten, es wurden die Germanen die Tagewerker der Normannen. Wilhelm, ihr Herzog, nun König in England, erklärte der Sachsen Freiheiten als verfallen und legte ihnen mit dem Joche die ganze Last der Pflichten und Leistungen eines Volks auf, das niedergehalten werden soll durch den eisernen Druck. Er erklärte sich zum einzigen Eigenthümer alles Grund und Bodens in England und theilte denselben in 60,000 Lehngüter, die er, nachdem er 1400 als Domänen der Krone zurückbehalten, an die normännischen Ritter und jene Sachsen verlieh, welche sich ihm willig unterworfen, oder ihm sonstige Dienste geleistet hatten. So entstanden die britischen Kronlehen, und ihre Besitzer, ursprünglich etwa 8000, bildeten den Feudaladel Englands, welcher in verschiedenen Rangstufen, vom Baron bis zum Herzog, hinanstieg und dessen Hauptleistung die Heerfolge war. Verpflichtet, auf das Gebot der Krone 60,000 berittene Krieger zu stellen, mehrte sich durch diese kräftige Wehrverfassung das Ansehen des Reichs und hob sich seine Macht. Indessen konnten die normännischen Eindringlinge, da sie über das ganze Land als Gutsbesitzer zersplittert waren, ihr Volksthum gegen das kräftig entwickelte der Sachsen auf die Dauer nicht behaupten. Schon 100 Jahre nach der Eroberung hatte das Deutsche wieder die Oberhand, und der größte Theil der Lehen kam durch Gunst der Krone, durch Heirath, Kauf etc. allmählig in sächsische Hände. Im J. 1215 erlangte vom