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gegenüber, damit er eine Rede an die Versammlung halte – und der erste Minister, (den Stern auf dem Kleide) that’s mit lächelnder Miene, und er empfing, während er es that, die Würfe des Pöbels mit faulen Eiern und Orangen kaltblütiger, als die Lind Sträuße und Blumenkränze. Und da der Mann gesprochen hatte, so hörte er, fest, ruhig und mit untergeschlagenen Armen, seines demagogischen Gegners Antwort an, der auch auf einem Faß ihm gegenüber stand und mit geballter Faust gegen ihn gestikulirte, wie ein Boxer. Von Niedersäbeln und Niederkartätschen, von Einkerkern, vom Anklage- und Untersuchungsjammer war keine Rede. Am Abend hörte ich den Minister im Parlament sprechen so unbefangen, als käme er aus dem Geheimen-Rathe. Am andern Morgen aber hing Castlereagh „als Volksredner“ zu Kauf für „einen Penny“ in allen Bilderläden aus; man lachte und die Geschichte war vergessen.

Der Tower hat schon seit einigen Jahrhunderten aufgehört, eine königliche Residenz zu seyn. Die Säle und Räume des Schlosses dienen jetzt zum Zeughaus: die hier aufgespeicherten Vorräthe an Waffen und Monturen sind hinlänglich zur Ausrüstung von ¼ Million Krieger. In einem Raume, dem 345 Fuß langen ehemaligen Bankettsaale, sind die Waffen für 150,000 Mann aufgestellt. Andere Säle enthalten die Trophäen der britischen Siege in allen Welttheilen und aus allen Zeiten; einer die Rüstungen der englischen Könige und Heerführer, von Eduard I. (1272) an bis zu Jakob II. (1685). Der eigentliche Löwe des Tower ist aber die Kronschatz-Kammer (Jewel office), wo die Regalien bewahrt und Jedem gezeigt werden, der sie sehen will. Sie ist ein dunkles Gewölbe, zu dem schmale Gänge führen, die mit starken Eisenthüren verwahrt und stets bewacht sind. Sie werden hinter jedem Besucher wieder verschlossen. Die Schatzkammer selbst ist glänzend erleuchtet, in der Mitte aber durch ein starkes Drahtgitter geschieden, hinter welchem die Kustoden stehen und auf mit Sammet beschlagenen Tafeln die in Schränken liegenden funkelnden Flitter der Monarchie den vor dem Gitter harrenden Besuchern zeigen. Da schauest du die goldenen Zuchtstöcke für die Völker, die Zepter, sammt Reichsäpfeln und goldenen Sporen zu Dutzenden, die Kronen zu Haufen, und mit den Reichsschwertern könnte man eine halbe Kompagnie wehrhaft machen. An goldenen Tischgeschirren, Salzfässern, Kommunionkelchen und Hostienschachteln ist kein Mangel, und selbst die Smaragdschale für das heilige Oel fehlt nicht, mit dem der Herr oder die Herrin „von Gottes Gnaden“ gesalbt werden. Nirgends in der Welt ist ein solcher Schatz kostbarer Steine beisammen zu sehen, als hier, und in dem Kerzenlicht strahlen sie in tausend Farben: und doch nicht halb so schön, als an einem kalten, hellen Weihnachtsmorgen der frisch gefallene Schnee im Sonnenlicht! Die Diamanten in den Kronen dauern länger, ein Paar Jahrtausende vielleicht: sind diese aber mehr als – Augenblicke auf der Uhr der Ewigkeit? Eben so herrlich und vielleicht noch viel herrlicher waren die Kronschätze des Cyrus, des Alexander, der assyrischen und ägyptischen Herrscher; und was ist aus ihnen geworden? Sie sind verschwunden mit ihren Reichen und ihren Völkern, und nichts ist übrig, als ein Paar Todtenhügel ihrer Städte und ein Paar welke Blätter im Geschichtsbuch.