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Wer im Unglück sitzt, wirft die Schuld desselben gern weiter, als sie reicht. Auch auf die Wahl des Ortes zeigt Mancher mit warnendem Finger. Wo der Bundestag die Luft verpestet und die Restauration die alten Kaiser mit neuen Farben an die Wände des Reichshauses geklebt hat, konnte die Macht des Alten und Verkommnen nicht ohne Einfluß bleiben auf das Neuzuschaffende. So grollt der Unmuth. Aber mit Unrecht. Der rechte Mann stärkt sich am Gegensatz. Wo die Kurfürsten kührten und der Kaiser thronte, throne das Volk, denn „Kaiser ist das Volk geworden.“

Ja, ja, – „Kaiser ist das Volk geworden,“ und obgleich diplomatische Schlauheit und Arglist, mit Untreue, Schlechtigkeit und Dummheit im Bunde, alle Hebel bewegt, um es aus dem Stuhle zu werfen, und hineinzusetzen eine Kreatur ihrer Hände; es wird nichts draus werden. Weder der Kandidat von Olmütz, noch der von Potsdam, noch der von München wird den Kaiserstuhl besteigen; aber die Intriguanten, welche jetzt auf allen Wegen und Stegen im Reich gegen einander rennen, den Kaiser zu erjagen, sie werden, nachdem sie alles versuchten, Alles wagten und Alles mißbrauchten, nachdem sie die wilden Geister, die kaum gebannt sind, wieder entfesselt, die Leidenschaften zu ihren Bundesgenossen gemacht, die Dinge bis auf’s Aeußerste getrieben und, ohne nach den Folgen zu fragen, Erdbeben und Stürme heraufbeschworen haben, um nur die „Konkurrenten“ zu besiegen, sie werden mit Schrecken erfahren, daß sie einem Ziel zueilen, welches von dem erstrebten am fernsten liegt. Jene Agenten, jene Söldner und Lohnknechte, rühren, indem sie an die Leidenschaften und Antipathien der Massen appelliren, ein Feuer auf in dem himmelhoch gethürmten Zündstoff, das, wenn erst einmal die Lohe emporgeschlagen hat, keine Zauberkunst mehr besprechen kann. Es wird, einmal angefacht, fortlodern, so lange es Brennbares findet, und die Brunst wird verzehren die Fürstenschlösser mit ihren Thronsälen und Pergamenten, und die Bewohner werden sich glücklich preisen, wenn sie das nackte Leben retten. – Es ist meine Ueberzeugung: dieses widerliche, kniffige, schmuzige Rennen nach dem Kaiserstuhl, der dem Volk gehört und den es behalten will, muß die kaum beschwichtigten anarchischen Gelüste zur wildesten Gährung treiben, und diese kann nur endigen in einer gänzlichen Umwälzung der Dinge. Potsdam, Olmütz und München sind die Treibhäuser, in denen jetzt die deutsche Revolution gepflegt und zur schnellen Reife gebracht wird. Man hat den Teufel lange an die Wand gemalt, um politische Kinder fürchten zu machen; er wird kommen, die entzügelte Revolution wird beginnen mit der Vertreibung der Dynastien, mit dem Zerbrechen der Throne, mit der Zerstörung der kirchlichen Formen, mit der Ausrottung der Aristokratie der Geburt, mit der Plünderung der Aristokratie des Kapitals; die Republik wird ihren Umzug halten in Deutschland und ihre Fahne, – wird sie weiß bleiben? oder wird sie eine rothe Färbung erhalten? Wer kann’s bemessen? Und wer kann sagen, welche Menschen dann die ungeheure Gährung in die Höhe wirft und welche Ideen in diesen Geistern leben und die That suchen? – Leicht kann’s kommen, daß Deutschland zum Chaos wird, und wenn das von der Anarchie geplagte Volk dann einen Wallenstein findet und ihn