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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Als Deukalions Fluth den Erdkreis mit Wasser bedeckte, |
Freudig begrüßte das Vaterland die hellen Lenztage der Volksfreiheit; aber die Märzsonne ist untergegangen und für Verkehr und Gewerbe ist schon längst dunkle Winternacht geworden. Die Industrie verkümmert; der deutsche Fleiß geht müßig; deutsche Arbeiter sind ohne Arbeit; deutsche Arbeitgeber zu Tausenden sind ohne Geld und ohne Absatz. „Das ist die Schuld und das Erbe der Freiheit!“ sagen ihre Schmäher. – Sie lügen’s. Die Freiheit hat so wenig Schuld daran, als der Arzt an der Hinfälligkeit des Kranken, wenn die Arznei das Fieber gehoben hat. Der Trauerzustand der deutschen Gewerbe ist die Schuld der langen Knechtung, deren Unerträglichkeit die Revolution verursachte, und jener tollen Staatswirthschaft, welche der Nation das Mark aussog, das baare Kapital derselben in die Fremde jagte und es mit Kreditpapieren ersetzte, die, als endlich der überspannte Bogen platzte und damit der Kredit selbst brach, vom Mißtrauen aus der Zirkulation gewiesen, bei Vielen nichts zurückließen, als bodenlose Noth, Ruin und Armuth. Man erwäge! In den drei und dreißig Friedensjahren hat die deutsche Nation durch die Schuld der Regierungen und ihrer, die deutsche Arbeit der fremden Raubindustrie schutzlos preis gebenden Berather dem Auslande sieben hundert Millionen Thaler für solche fremde Arbeitserzeugnisse hingegeben, die sie selbst machen konnte. Wir ließen fremde Nationen für uns weben; wir zahlten den Briten hundert Millionen Thaler Spinnerlohn; wir befahren jetzt noch mit englischen und belgischen Dampfrossen auf englischen und belgischen Schienen die Eisenbahnen Deutschlands; – ja in einem Dritttheil des Vaterlands kocht der hungrige Michel heute noch seine Kartoffeln in englischen Töpfen bei englischen Steinkohlen. Sträubt sich nicht der Nationalstolz, wenn uns die Zolltabelle vorrechnet und nachweist, daß wir für Eisen allein den Engländern etc. seit 1815 hundert und zwanzig Millionen Thaler haben bezahlen müssen? Für Eisen, sage ich, wahrend Berge der prächtigsten Eisenerze unbenutzt gen Himmel starren, während unermeßliche und unerschöpfliche Kohlenschätze den Bauch der deutschen Erde segnen und des Rufs zu ihrer Hebung warten; während die Hungerpest die arbeitslose Bevölkerung unserer Gebirge fraß; während Mangel an Arbeit das Proletariat dem Elend in den Rachen jagte und Hunderttausende von fleißigen und geschickten,
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/59&oldid=- (Version vom 26.4.2025)