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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band | |
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Was der Dichter von der „Herrschaft des Teufels in Spanien“ erzählt hat:
„Zu verdummen das Volk, zu knechten das Land,
Steckte Satan die Teufel in’s – Priestergewand,“
gilt auch von Indien, und gilt überall, wo Pfaffen Menschen am Gängelbande halten.
Längst vergangene Epochen sind der Spiegel der Gegenwart, und in den Gesetzen der Ausbreitung des ältesten organischen Lebens, der Pflanze, erkennen wir die Regeln für die Verbreitung des jüngsten Kindes der Schöpfung auf Erden – des Menschen. Das Gewächs zieht seine Nahrung aus der Erde; der Mensch thut dasselbe. Wie die Pflanze keimt, ihre Organismen allmählig selbstthätig sich entwickeln, die bestimmte Gestalt sich ausprägt, und die Formen sich mehr und mehr entfalten in dem Maße, in welchem das Wachsthum fortschreitet; wie der Baum grünt und blüht und sich fortpflanzt und, seinen Samen um sich streuend, erst Gruppen, dann Wälder bildet, oder, indem Stürme den Samen in die Ferne tragen, neue Standorte gewinnt: so bildet der Mensch sich aus, gründet Familien, dann Stämme, dann Völker, dann Kolonien; – und wie die Pflanzen sich scheiden in verschiedene Klassen nach der höhern oder niedern Vollkommenheit ihres Organismus, so in seinen Raçen auch der Mensch. Das ganze physische Leben des Menschen steht dem pflanzlichen so nahe, daß wir uns des Gedankens nicht entziehen können, es sey eine Erbschaft von den ältern organischen Wesen, eine von ihnen überkommene Schuld, deren Amortisation noch lange nicht vollendet ist. Auch die nach uns kommenden Reihen höherer Erdwesen werden ihren Theil daran behalten. Sey ihr Geist auch vollkommener, als der unserige, immer werden sie als Erdbürger einen Leib haben, und dieser wird den unabänderlichen Gesetzen der organischen Welt unterworfen seyn so gut wie die menschliche Hülle.
Doch lassen wir die Elohim der Zukunft! Unser Bild führt uns zu der Vergangenheit, zu Geschlechtern, die ausgeträumt haben ihren Lebenstraum vor Jahrtausenden; es führt uns zu jenem bewunderten Volke, das seinen
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Dreizehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1848, Seite 70. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_13._Band_1848.djvu/78&oldid=- (Version vom 27.4.2025)