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DLXXXIII. Die Befreiungshalle bei Kellheim.




Nur im Haupte eines deutschen Fürsten konnte der Gedanke erwachen, dem Andenken an die Kriege von 1812 bis 1815 einen Ehrenbau zu errichten unter dem Namen: Befreiungshalle. Das deutsche Volk ehrt seine Todten; es ließ ihnen von jeher mehr Gerechtigkeit, als den Lebenden, widerfahren; es kennt seine Geschichte seit jenen Schlacht- und Siegestagen; es weiß, daß die Heldenthaten jener Männer und Jünglinge des letzten Franzosenkriegs jeder Verherrlichung werth sind. Es wird ihre Namen mit Ehrfurcht lesen in einem Heldenbuche; es steht entblößten Hauptes vor den vielen Schlachtsäulen, die auf Deutschlands Boden sich erheben; es errichtet den Einzelnen, den Hervorragendsten, Denkmäler, wozu die Scherflein ungezählt aus allen Gauen herbeifließen: – aber spotten will es die glücklichen Todten nicht, die für die Freiheit gefochten haben und für die Knechtschaft gestorben sind. An Befreiungshallen im Sinne der Fürsten ist in Deutschland kein Mangel. Sie erhoben sich unter den verschiedensten Namen und Formen. Aber vergebens hat man sich bemüht, sie mit der Würde und dem Reiz des Volksthümlichen und Patriotischen zu umhüllen; das Volk kennt ihre Geburt und es geht kalt vorüber an den Monumenten fürstlicher Selbstverherrlichung.

Dieser Vorwurf soll jedoch den Gründer des Bauwerks nicht treffen, welches der nebige Stahlstich in seiner Vollendung zeigt. Jetzt, nachdem König Ludwig von dem Throne heruntergestiegen ist, auf dem er sich keine Lorbeern der Politik erworben hat, ist es an der Zeit, den Mann zu betrachten, an dessen Hand die deutsche Kunst zu ihrer Höhe emporstieg. Derselbe König Ludwig, unter dessen Zepter das Staatsleben der Bayern in kleinliche und ängstliche Schranken eingezwängt wurde; unter dem man das Volk allerdings auf dem Wege materiellen Wohlbehagens, aber zwischen Polizeizwang und Religionszwang dahin schob; unter dem es kein öffentliches Leben gab, als daß des Kultus, oder des Genusses; unter dem man jedes geistige Aufstreben und Durchbrechen der Alltäglichkeit mit unerbittlicher Strenge bekämpfte, die gefeiertsten Volksmänner verfolgte und durch Strafen, welche entehren sollten, moralisch vernichten wollte; unter dem man in den Kirchen ewige Lampen ansteckte und das Licht in den Köpfen auszublasen suchte: – derselbe Ludwig schlug die wahre und einzig würdige Richtung ein zum höchsten Ziele der Kunst: er stellte wieder her, was in den traurigen Zeiten des Verfalls alles Volks- und Kunstlebens untergegangen war, – die innige Verbindung der schönen Künste unter einander