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und mit dem öffentlichen Leben, mit der Religion, mit der Geschichte und Poesie, mit den Lieblingsneigungen und Wünschen, mit den Erinnerungen und Bedürfnissen des Volks. Er baute neue Kirchen und ließ alten ihre ursprüngliche Schönheit wieder geben; er errichtete Thaten und Männern der Vorzeit Denkmäler und zeigte dem Volke seine Geschichte in prächtigen Bildern; die Gestalten, mit welchen Griechenlands und Deutschlands größte Dichter ihre Werke belebten, zaubern seine Maler und Bildhauer in die Gegenwart herein. „Aber (so lassen wir einen als Künstler und Gelehrter gleich tüchtigen Mann [Ernst Förster] uns berichten) nicht nur für Ausbreitung, sondern auch für Entwickelung war der König bedacht. Die Architektur mußte alle klassischen Baustyle der Vergangenheit vom altdorischen Tempel an bis zur Renaissance und bis zu Palladio durcharbeiten und gewissermaßen neu schaffen; die Skulptur hatte Aufgaben im Sinne der Antike zu lösen und mußte für die romantische und für die gegenwärtige Zeit entsprechende Weisen finden und sich üben in jedem Stoff, in Stein und Erz, und ihre Werkstätten erlangten einen Ruf über die ganze bewohnte Erde. Die Malerei endlich schuf auf des Königs Anregung die bewundernswerthesten Werke in allen Gattungen, in der Historie wie im Genre und der Landschaft, und in allen technischen Weisen, in Fresko und Oel, in Wachs und Enkaustik, auf Porzellan und auf Glas, und übertraf in letztgenannten Werken die glänzende Vorzeit. Dazu gründete und vermehrte König Ludwig eine große Zahl herrlicher Sammlungen von Skulpturen und Gemälden, Vasen und Terrakotten, Bronzen, Zeichnungen, Kupferstichen, Holzschnitten und andern Werken jeder Art. Für seine Schöpfungen aber berief er die geistvollsten, begabtesten Künstler aus ganz Deutschland, um sie und um ihn schaarten sich wieder jüngere Talente, und so wurde München der organische Mittelpunkt des deutschen Kunstlebens.“

Wir setzen diese Lobsprüche eines begeisterten Verehrers des deutschen Kunstprotektors in dieses Buch, von dem man weiß, daß noch keines seiner Blätter vom Lobe der Gekrönten überfloß; wir thun dies, weil wir Wahrheit darin finden und weil in unsern Tagen des blinden und unfruchtbaren Parteikampfs nur zu oft die Wahrheit mit der Lüge in den Staub getreten und auch dem Verdienste seine Krone entrissen wird. Ludwig von Bayern hat es aufrichtig mit der Kunst gemeint, er ist ein Mäcen im rechten Sinne; ihrer Blüthenpflege, ihrer Verherrlichung weihete er sein Leben, er benutzte sie nicht, er beutete sie nicht aus zur Verherrlichung seines Ichs, wie dies von den meisten Gekrönten geschehen ist und täglich geschieht und wodurch die Kunst zur Magd der Lüge und Eitelkeit herabsinkt. Die Wahl der Gegenstände, mit deren Ausführung er seine Künstler beschäftigte, wurde stets von einem allgemeinen, oft wahrhaft großen Gedanken, nie von einem Privatgelüste geleitet; seine Sammlungen, seine Bauten sind Prachtwerke der deutschen Nationalehre und erheben ihn und sein Schaffen während eines Vierteljahrhunderts selbst über die Zeit der Mediceer und ihrer vielbewunderten florentinischen Kunstpflege.