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Und der Gegenruf der Muthigen:

Nimmermehr wähne
Ein Volk sich verlassen
Von den Göttern, so lange
Sich’s selbst nicht verläßt!

verhallt in alle Winde.


Ich wende mich ab von dem Thema, das mich immer und immer wieder an sich zieht und daß ich nie verlassen kann, ohne den Stachel im Herzen. Nicht daß meine Ueberzeugung von der Wendung der Dinge wankend geworden wäre (jeder Sieg der Reaktion beschleunigt die unvermeidliche Katastrophe!); die Zustände des Volks selbst rechtfertigen große Besorgniß. Die jüngste Zeit hat die Wunden offener als jemals zu Tage gelegt. In den untersten Schichten werden vernünftige Begriffe von Freiheit kaum geahnet; man ist gleichgültig gegen jedes geistige Gut, man begreift nicht, warum es sich handelt; man kann nicht erfassen, was zur beständigen Wohlfahrt zu erstreben ist und erreicht werden kann. Zu einer wahren, ausdauernden Begeisterung, welche jedes Opfer mit Freuden auf den Altar des Vaterlandes und der Freiheit legt, und alle Gefahren und Schwierigkeiten beharrlich überwindet, fehlt der Masse die beseelende Idee; aber neben dieser Unfähigkeit, die sich so häufig mit dem Gewand der Theilnahmlosigkeit und Ermattung bekleidet, kocht grimmige Erbitterung, und die furchtbarsten Leidenschaften harren blos des Anstoßes, um loszubrechen und sich über Staat und Gesellschaft zu ergießen. Wer soll aber bei der eintretenden Bewegung die Massen zügeln und die losgebundenen und losstürmenden Kräfte lenken? Wo sind die Männer, denen das in seinem Vertrauen so schimpflich und so entsetzlich getäuschte Volk wieder vertrauen möchte, wie es 1848 gethan? wo sind sie, die Zuverlässigen von felsenfesten Grundsätzen und eiserner Willenskraft, in denen sich alle die Eigenschaften vereinigen, welche, wenn die Katastrophe losgebrochen, Anspruch haben, berufen zu werden an das Steuer, um das Schiff im Sturme zu lenken? Nenne man mir einen Einzigen! Auch nicht Einer ist dem Volke kenntlich, der aufrecht stehen könnte auf der Höhe einer solchen Bewegung. Allen Denen, welche die frühern Wogen der Revolution emporgehoben hatten – Allen, ohne Ausnahme, mangelt die Allmacht des Volksvertrauens, mangelt die Gotteskraft, welche innewohnen muß den Rettern und Häuptern der Nationen in solchen Situationen; es fehlt ihnen der Berge versetzende eigene Glaube an die Sieghaftigkeit der Sache, welche sie vertreten, kurz, es fehlt ihnen jener Heroismus, der allein Befreier erzeugt und ein befreites Volk unter die Herrschaft des Gesetzes führt. Und wenn bei den Auserwählten und Häuptern so wenig Trost zu suchen ist, soll er in den Schaaren zu finden sein? Das Volk hat so viel Schlechtigkeit gesehen in den obern Schichten der Gesellschaft, so viel bodenlose Gemeinheit, so viel schmutzigen Eigennutz, so viel Untreue, so viel Feigheit, so viel Verrath an dem Heiligsten geübt, daß es ihm nicht zu