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sind still und todt, als wären sie noch unbewohnt, als harrten sie noch der Ankömmlinge aus des Menschengeschlechtes Wiege, die auf den Hochebenen Asiens steht.“

„So stumm und todt schwang sich einst Jahrtausende lang dieser Weltball in weiten elliptischen Kreisen um die Sonne. Er war ein Planetenkeim – ein Komet; durchsichtig, dunstförmig, langschweifig streifte er im Aether umher – einem Vagabunden gleich, nur durch das Anziehungsgesetz unterthan seiner Herrin, der Sonne. Und Myriaden von Jahren vergingen, bis der Komet Erde verdichtete und der Kampf der Elemente begann, und Feuer und Wasser sich im langen, langen Kriege um die Herrschaft dieser kleinen Welt stritten. Während des Kampfes rauschten die Gewässer kochend um die glühende Kugel und es schieden sich die Schlacken, und sie hoben sich als Gebirge und Länder aus der Tiefe. Dann rollte sie wieder Jahrtausende auf Jahrtausende hin um die Sonne, mit ihren Urwäldern und Savannen, bis daß das Thiergeschlecht geboren wurde in der Tiefe der Meere, bis daß die furchtbaren Drachengestalten aus den Sümpfen emporgestiegen und das Reptil seinen Fuß setzte auf die Veste des Landes. – Und abermals rollte sie Aeonen lang um die leuchtende, wärmende, belebende Sonne; – die Vögel der Lüfte wurden nun geboren, die Wälder und Berge hallten wider von dem Brüllen des Löwen, und der Boden dröhnte von den Tritten des Mammuth.– Dann wieder Zerstörung – und nochmals Schöpfung – bis die Elohim in den vollendeten Gottesgarten traten! –

„Von dem ersterschaffenen Menschen an bis zu dem Säugling, dessen erstes Lallen heute der Schöpfer hört – wie viele Jahrtausende gingen dahin!

„Vor meinem Blick zieht das Menschheitsleben vorüber. Zuerst die Nebelgestalten, dann die ersten Genossenschaften, dann die ersten Völker mit ihren Göttern und Heroen, Pyramiden und Tempeln, Priester-Königen und Tyrannen, ihren Entdeckern und Erfindern. Ich sah, wie Jakob im Traume, die Himmelsleiter des sterblichen Geschlechts. Ich sah, wie es hinanstieg von Stufe zu Stufe der Gesittung. Auf jeder Stufe standen Völker, standen Reiche, Jahrhunderte.

„Zuunterst – auf der ersten Staffel der Sage – sehe ich das Geschlecht im Zustande der Wildheit. Ohne Gesetz, ohne Eigenthum, ohne deutlichen Begriff, fast ohne Sprache steht es da, der Natur unterthan, die es noch nicht zu beherrschen gelernt hat. Es genießt und vergißt. Es weint, es lacht, wie ein Kind. Jeder sinnliche Eindruck ist der Herr seiner Gefühle. Was ihm anglänzt, was seinem sinnlichen Auge gefällt, darnach hascht es; was seinen leiblichen Begierden gelistet, darnach greift es. Es kennt kein Recht, es kennt keine Strafe, es kennt nur Rache, nur Furcht. Wer gibt Rechenschaft über die Dauer des Zeitraums, der diesen Zustand umfaßt? Einmal kehrt derselbe noch jetzt in jedem Menschen wieder: im Säugling an der Mutterbrust. Der wilde Mensch lag auch an einer Mutterbrust, an der Brust der Natur.