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dem fremden Joch darbrachte, so hat sie auch bei dem letzten Ringen der deutschen Nation aus nicht minder schmählichen Banden in der vordersten Reihe gestanden, und Tausende aus ihrer Mitte haben kühn ihr Leben dafür eingesetzt. Wenn nach der Restauration des alten Regiments, nach dem Verwelken so großer Hoffnungen, die Bourgeoisie sich beeilte, sich auf die Armesünderbank zu setzen, so hat sie eben nur Das gethan, was ihrer Natur überall als das Angemessene erschien. Sie machte es in Breslau wie in Berlin, in Berlin wie in Wien, in Wien wie in Karlsruhe, in Karlsruhe wie aller Orten. Um die Ehre der Fußtritte, welche sie empfangen, hat sie noch Niemand beneidet. Aber das Volk nimmt Akt von diesen Dingen und – Erinnerungstage bleiben nicht aus. –

Große, imposante, Kunstsinn und Geschmack befriedigende, Bauwerke hat Breslau wenig. Obenan steht sein Dom, 1170 vollendet; die schöne Liebfrauenkirche und die Kirche des heiligen Kreuzes sind Muster des deutschen Styls aus dem 13. und 14. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde auch das Rathhaus gebaut und mit dem reichen Schmuck von Skulpturen und Bildwerken versehen. Der Hatzfeldsche Palast und das Palais des Grafen von Donnersmark imponiren durch Größe und Pracht. Das Universitätsgebäude ist im Zopfstyl des vorigen Jahrhunderts von den Jesuiten erbaut worden. Es nimmt den Platz der alten Burg ein, in der die Könige von Polen, von Ungarn und von Böhmen, die Kaiser und die Fürsten Oesterreichs oft Hof gehalten haben und zu Gericht saßen als Herren des Landes. Schlesien rang seit dem 11. Jahrhundert vergeblich nach Selbstständigkeit, und Breslau, die Hauptstadt des Herzogthums schon seit dem Jahre 1000, war deshalb öfters der Schauplatz tragischer und blutiger Scenen. Mehrmals steckte die kriegerische Bürgerschaft kühn die Fahne der Unabhängigkeit auf, und Kaiser Sigismund ließ einmal (1421) 26 der Rädelsführer an einem Tage hinrichten. Grausamkeit hat jedoch noch niemals den Muth gebrochen, und Erbitterung war der Gewalt niemals ein Gewinn. Nach jeder Züchtigung erhoben die wackern Breslauer, so bald sie bessere Gelegenheit ersahen, um so unerschrockener das Haupt, und sie setzten es endlich bei dem ermüdeten kaiserlichen Hofe durch, daß sie ihr Gemeindewesen fast unabhängig einrichten durften. Der Kirchenreformation öffneten die Einwohner Thore und Herzen, ungeachtet ihre geistliche Oberbehörde, der Fürst-Erzbischof, Himmel und Erde bewegte, um das Eindringen der Ketzerei und die Schmälerung seiner Kirchengewalt zu verhindern. Nachdem der größere Theil der Bürgerschaft seinen Abfall von der katholischen Lehre förmlich erklärt und das Lutherthum bekannt hatte, wurden die Katholiken vom Stadtregiment ausgeschlossen und dieß Verhältniß, sammt der Religionsfreiheit, trotz der katholischen Oberherrschaft, auch in späteren Zeiten gerettet. Erst zu Anfang des vorigen Jahrhunderts gelang es den unablässigen Bestrebungen Habsburg’s, unter dem Beistand der Jesuiten, den festgewurzelten Protestantismus zu beengen. Die Jesuiten trugen den Zwiespalt in Gemeinde und Familien; der Hof aber hätschelte den aristokratischen Theil der Bürgerschaft und machte Adel und Geldsack seinen Interessen und Absichten dienstbar. Schlesien wäre demselben Verdummungssystem verfallen, wie Böhmen, hätte das Schicksal