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Vaterland, Heimath der Magyaren! Gott mit dem Land aller Leiden! Du, heiliger Boden! welche Gebete erhoben sich von dir zu dem Allmächtigen! welche Milliarden Thränen ergossen sich in deine Tiefe, um selbst der Hölle Hülfe anzurufen gegen deine Dränger! Und dennoch bist du ein Sklave geworden, und aus deinen Eingeweiden wird man eherne Ketten schmieden für deine Söhne!

Mein Gott! mein Gott! Wenn du dein Volk liebst, dem du den Sieg gabst in so vielen Schlachten: Erniedrige es nicht! Wenn das Schicksal mit blutigen Lettern das Wort Vernichtung an seine Stirn geschrieben hat, sey es vernichtet: aber, Herr Gott! Erniedrige es nicht!

O Erde, Erde so lieb! Du sogst deiner Söhne Blut so viel ein, daß für dich kein Erbarmen mehr ist. Du zogst mit deinem Fette den Landesverräther groß, und deshalb ist das Glück von dir gewichen! – Erde – du stürzest unter meinen Füßen. Nation – allertreueste Du! – du fielst von eigener Hand! Nicht die Waffen der heranstürmenden Feindesheere, nicht die von 14 Völkern gegen dich gerichteten Geschütze besiegten dich; nein! verrathen und verkauft wurdest du, mein Heimathland; es war dein Todesurtheil schon vorher gesprochen von Dem – o hatte ich doch lieber an Gottes Daseyn gezweifelt, als ihm vertraut! – der geschworen hatte, dich zu vertheidigen bis zum letzten Hauche seiner Seele. Er ward zum Landesverräther, – werthloses Erz war ihm theurer, als Gott und Vaterland! Dein Fluch verfolge ihn! Fluche, mein Volk, der Brust, die nicht versiegte, als sie ihm zum ersten Male Lebenskraft gereicht. –

Sterbe nun hin, mein Volk; aber sterbe, wie die Lilie stirbt, die im folgenden Lenze neue Blüthenstengel treibt! Dein Winter ist hereingebrochen – bete das Vaterunser des Todes; aber bete es hoffend! Der Winter geht vorüber und die Lilie blüht wieder!

Ich gehe von dir. Ich führe mit mir die Kleinodien, die du so treu bewahrt hast seit Jahrhunderten, und die du setztest auf Häupter, die eingriffen in Gottes Rechte: denn Gott sagt: Ich habe die Menschen zur Freiheit geschaffen.

Aber der langmüthige Gott weiß, was er thut. Verzage nicht! Sey treu in dem Glauben an Gott und an seinen Freiheitsengel.

Magyaren, seyd stolz! Um die „Rebellen“ zu beschwichtigen, mußten die Löwen Europa’s sich erheben.

Volk der Magyaren! Gottes, der da herrschet über alle Völker, Segen über dich! – Mein Volk! Glaube! Hoffe!


Und es hallt wieder in allen Zonen:

Glaube! Hoffe!