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Aber ihre Figuranten sind ja lauter kleine Menschen, und in der ganzen Gesellschaft steckt bei aller Kniffig- und Pfiffigkeit nicht so viel gesunder Menschenverstand, um zu wissen, daß man Todte zwar galvanisiren, aber nicht wieder beleben kann. Die Sache der Reaktion ist ohne Chance: sie ist eine verzweifelte. Die Sache der Völker ist aber blos dann verloren, wenn die Völker selbst sie aufgeben; auch dadurch aber könnte die Sache der Menschheit nicht verwüstet werden; denn sie wird von Gott geleitet. Und der Neubau der Gesellschaft – die Aufgabe der Zukunft – sie ist Sache der Menschheit. – – –

Deutschland – es ist wahr – hat niemals schmachvollere Tage gesehen. Das Ungeheuere, das Erbärmliche, das Feige, das Verderbliche, das Schlechte des Rheinbunds, gegenüber der geistigen und politischen Größe des Eroberers war nicht so verächtlich, als jene Politik der Gegenwart, welche nicht erröthet, einen slavischen Selbstherrscher zum Schiedsrichter anzurufen in den Geschicken Deutschlands, und aus Petersburg und Warschau die Orakelsprüche der modernen Pythia mit Knebelbart und Kantschu zu holen. Dem Verrath an der Würde des Vaterlandes folgt inzwischen die Züchtigung so unmittelbar auf dem Fuße nach, daß ein Verlassen dieser Bahn wohl nicht ausbleiben wird. Freilich ist’s immer zu beklagen, wenn auch nur eine Zeitlang die humanitätsfeindlichen russischen Staats- und Regierungsmaximen in Deutschland Einfluß üben dürfen. Das Schicksal wird es rächen, die Geschichte wird es richten. –


Was haben aber die Patrioten bei der jetzigen Lage des Vaterlandes zu thun?

Ich antworte: Schaut den Sternenhimmel an – die Welt des Künftigen; und blickt in die Vergangenheit hinab – die Welt der Erfahrung: in Beiden steht’s geschrieben. Was der Patriot thun soll, kann jeder wissen; denn, wie es gekommen ist, sah Jeder längst voraus. Es trifft Keinen unvorbereitet und unerwartet. Auch ist das Ende Keinem verborgen. Das ruhige Auge des Beobachters überschaut den nothwendigen Gang der Reaktion bis an ihr Ziel hin – den Abgrund. Der Weg, den sie eingeschlagen hat mit ihrem Wagen, dem schwerbeladenen, führt so steil hinunter, daß ihn kein Gott mehr aufhalten und retten kann die Führer und Passagiere. Wir aber, wir wollen muthig und standhaft dem Schlimmsten entgegen treten, was kommen kann. Aendern den Gang der Dinge können wir nicht mehr. Das vergeltende Verhängniß, welches die Verblendeten in’s Verderben forttreibt, ist stärker geworden, als alle menschliche Macht. Und wenn, in patriotischer Selbstaufopferung, wir unsere Leiber vor die hinabrollenden Räder niederwerfen würden: hemmen können wir sie doch nicht; sie würden zermalmend über uns weggehen, wie der Wagen des Götzen zu Jaggernaut über die Opfer des Fanatismus.

Die Reaktion treibt zur Katastrophe hin, die sie verschlingen wird, und die Katastrophe muß erwartet werden als etwas Unvermeidliches. Erst ihr Losbruch ruft die wahren Patrioten auf die Bühne. Erst dann,