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und Verbrechen begegnen: – so lange ist die Hoffnung eitel, daß ein Neubau der Gesellschaft auf den Trümmern der alten erstehen könne, wohnlich für die Menschen und förderlich ihrer Beglückung. Ohne Tugend und Glauben an Gott kann uns auch die Freiheit nicht erlösen, denn nur reinen und würdigen Händen reicht die Himmelstochter Arm und Kranz. –

Der Schule liegt die Pflicht am allernächsten, für die sittliche Wiedererhebung des deutschen Volkes zu wirken, und von den deutschen Universitäten ist zu fordern, daß sie fortan das moralische und religiöse Moment neben der Wissenschaft als nothwendige und gleichberechtigte Faktoren der Menschenbildung betrachten. Daß sie dies, seit den Zeiten Voltaire’s, vernachlässigten oder negirten, hat zu unheilvollen Resultaten geführt, die nun klar am Tage liegen. Die Hochschule soll die geistige Freiheit, welcher die Wissenschaft nicht entsagen kann und darf, ehren: aber sie soll Moral und Religion nicht dem Leben entfremden. Aufzufinden die Wege, auf welchen die Wiedervereinigung, ohne der Freiheit der Ueberzeugung Zwang anzuthun, in’s Werk gesetzt werden kann, ist eine so dringende als schwierige Aufgabe der nächstfolgenden Zeit, und ihre glückliche Lösung würde zum großen Gewinn des Vaterlandes gereichen.

In der angedeuteten Verbindung wird die Wissenschaft allezeit zur Quelle, an der sich nicht nur das reifere Alter erfrischen mag, sondern auch zum Oel, das den raschen brausenden Wein der Jugend sänftigt. Es werden dann die Universitäten die gefeierten Brennpunkte der Geisterwelt seyn, wo die moralischen Gesetze ihre Huldigung empfangen, wo man anerkennt, daß Recht und Pflicht, Freiheit und Gehorsam sich wechselseitig bedingen, daß jede Ueberschreitung des Rechts die Ungerechtigkeit hervorruft, jede Gewaltthat eine entgegengesetzte herausfordert und jedes Aeußerste auf der einen Seite zum Aeußersten auf der andern Seite führt: wo man einsieht, daß keine Gesellschaft gedeihen kann, in welcher sich nicht die ethischen Gesetze der Religion und Tugend geltend machen wie mathematische Axiome, und daß an volle bürgerliche Freiheit und an den Erwerb, an den sichern Genuß der Güter, welche sie bietet, so lange kaum zu denken ist, als die Nation in ihrer Mehrheit nicht durchdrungen ist von ihrem Geiste, als ihre Grundsätze nicht als feste Maximen gelten, die Niemand zu bezweifeln, oder anzutasten wagt. Nur erst dann, wenn die bürgerliche Tugend im Volke herrscht, wird der Polizeistaat, – welcher die Schlechtigkeit aller Menschen voraussetzt, zur Unmöglichkeit werden.

Die Beschreibung des Münchner Universitätsgebäudes, von welchem eine zweite Ansicht in den Händen des Künstlers ist, behalte ich einer spätern Stelle meines Buchs vor.