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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band | |
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Brescia ist am Fuße der rhätischen Alpen, am Rande der fruchtbaren Poebene, hingebaut, – in einer lachenden Gegend mit mildem südlichem Klima und geschützt durch die Mauern der Gebirge vor den rauhen Winden aus Nord und Ost. Stundenweit ist um Brescia alles Land Ein Garten, wo Orange und Citrone im Freien reifen, wo Oliven und Maulbeerbäume, von Reben umschlungen, die Höhen und Gelände bekleiden. Die Anlage der Stadt ist großartig. Sie ist von breiten Straßen durchschnitten und hat eine Menge Plätze und Märkte, welche Denkmäler und Springbrunnen zieren, viele derselben aus Marmor, manche Meisterwerke der Kunst. Die Einwohner gelten als streitsüchtig, leidenschaftlich und tapfer bis zur Verwegenheit. Ihre Liebe zur Freiheit ist der rothe Faden, der sich durch das schicksalreiche Leben der Stadt zieht. Sie hat ihr oft Kampf, immer Ruhm, nicht selten Verderben gebracht. Die Zahl der Einwohner übersteigt 40,000. Das alte Schloß auf dem nächsten Hügel ist jetzt zur Festung umgeschaffen und hält mit eiserner Faust die Brescianer in Ruhe und Unterwürfigkeit. – Brescia ist Bischofssitz, es hat ein Seminar, Gymnasium, Lyceum, Athenäum, eine musikalische Akademie und viele kostbare Sammlungen; ein Museum der Naturgeschichte, botanischen Garten, öffentliche Bibliothek von 50,000 Bänden mit vielen Handschriften, die bis in’s sechste Jahrhundert reichen; Gemäldegallerie, Kupferstichkabinet etc. Das merkwürdigste Gebäude ist der alte Dom, noch aus der longobardischen Zeit, vordem ein römischer Tempel, aus dem eine Menge Bildwerke übrig waren, die aber ein Senatsbeschluß im 15. Jahrhundert zerstört hat; der neue Dom ward im 16. Jahrhundert aus Marmor erbaut. – Viele andere Kirchen sind prächtige Werke und bewahren einen Gemäldeschatz großer Meister; von Tizian, Pau, Veronese u. A. sind mehre der berühmtesten Bilder in den Kirchen, in dem Rathhause (della Loggia) und in den Palästen Tosi und Zechiferari zu suchen. Der Freund des Alterthums findet in Brescia einen antiken Tempel, und unter den ausgegrabenen Bildwerken ist eine Bronzestatue der Viktoria unter die besten zu rechnen, die auf die Gegenwart gekommen sind.
Gegenüber Peterwardein, welches von seinem lauchgrünen Serpentinfelsen, bis an die Zähne gewappnet, drohend herniederschaut, liegt Neusatz auf dem linken, hier ganz flachen Ufer der Donau, hart an der Grenze Slavoniens. Sonst eine königlich ungarische Freistadt, war es bis vor wenigen Jahren noch durch Größe, Volksmenge, Reichthum, Handel und Bildung seiner Bewohner vor allen Städten des südlichen Ungarns ausgezeichnet.
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1850, Seite 179. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_14._Band_1850.djvu/185&oldid=- (Version vom 15.7.2025)