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Im letzten ungarischen Kriege brach diese Blüthe. Die offene Stadt, eine leichte Beute der Kroaten und Serben, wurde mehrmals geplündert und zuletzt den Flammen preisgegeben. Diese legten ein Drittel der Stadt in Asche. Von den 40,000 Einwohnern gingen über Tausende durch’s Schwert, durch Drangsal und Elend zu Grunde; sehr viele wanderten aus. Der Reichthum ist verwüstet, der Kredit ist geschwunden, der Handel, der sonst so groß war und sich bis Konstantinopel und Smyrna erstreckte, ist größtentheils verloren gegangen und hat andere Kanäle gesucht.




DCXXXXIII. Lübeck.




Der Blick auf Lübeck schlägt ein Stück Weltgeschichte auf; denn Lübeck war das Haupt der Hansa, jener mittelalterlichen Großmacht ohne Land, Fürst und Reich. Die Hansa ist vergangen mit ihrer Zeit; ihre Vesten sind zerbrochen, ihre Faktoreien sind verlassen, ihre Heere sind begraben, ihrer Kriegsflotten Staub hat längst der Wind verweht, ihre Institutionen und Ordnungen sind unsern Tagen fremd geworden; doch des todten Bundes Glieder, seine Städte, treiben, grünen und blühen fort, wenn auch der starke und kühne alte Geist in den verweichlichten Enkeln kaum mehr ist, als ein Schatten.

Die deutschen Hafenstädte an der Nord- und Ostsee hatten lange schon vor ihrer Vereinigung zum Hansabunde durch Schifffahrt und Fischfang Bedeutung. Bremer und Lübecker führten deutsche Kriegerschaaren in den Kreuzzügen an die syrischen Küsten, und der Orden der deutschen Herren zur Bekehrung der heidnischen Völkerschaften an den Gestaden der Ostsee, woran sich die Ausbreitung der deutschen Herrschaft bis zum finnischen Meerbusen knüpfte, fand in jenen Städten Stützpunkte und wirksamen Vorschub. Lübeck war damals vor allen andern Städten mächtig. Seine Kaufleute folgten den Eroberungszügen der deutschen Ordensritter auf dem Fuße. Sie richteten Faktoreien in den besetzten Landstrichen ein und machten sich zu Herren des russischen und polnischen Handels, der sie mit Reichthümern lohnte. Die freie Reichsstadt stand schon im 12. Jahrhundert in solchem Ansehen, daß die norddeutschen Fürsten sie zum Bündniß gegen die Dänen einluden, und als diese auf