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ihren Raubzügen an den deutschen Küsten lübecker Gebiet antasteten und lübecker Schiffe molestirten, erklärte die Stadt mit dem Stolze und dem Muthe freier Männer, die sich ihres Rechts und ihrer Kraft bewußt sind, den Krieg. Die Dänen, damals die größte und gefürchtetste Macht im Norden des Welttheils, sandten ein Heer ab, um die Lübecker zu züchtigen. Da zog aus der Stadt Alles, was ein Schwert heben und eine Streitaxt schwingen konnte, den Dänen entgegen, und in der Schlacht am 22. Juni 1227 wurde durch die Bürger ein Sieg erfochten, so herrlich als Männer jemals für Recht und Freiheit über fremde Unterdrücker einen erkämpft haben. Aufgestachelt von Stolz und Rachsucht, schickte hierauf Dänemark Heer auf Heer und Flotte auf Flotte, die Lübecker zu vernichten; diese aber setzten mit ausdauerndem Heldenmuth ihr Alles, ihr Leben und ihr Gut, an die Behauptung der Freiheit. Sie riefen ihre Handelsschiffe aus allen Meeren heim, bewaffneten sie und machten daraus eine Kriegsflotte, stark genug, um den dänischen Geschwadern entgegen treten zu können. Im Jahr 1234 schlugen die Lübecker die erste Seeschlacht. Einen ganzen Tag dauerte das Ringen; Wunder der Tapferkeit geschahen von beiden Seiten; doch endlich siegte der Deutschen unbezwinglicher Muth und die dänische Flotte wurde vernichtet. Da gab Dänemark den Kampf auf, und es schloß Frieden mit der kleinen Republik, an deren eisernem Muthe der Unterjochungsversuch gescheitert war.

Lübeck’s Ansehen war durch den Ausgang dieses bewundernswürdigen Kampfs hoch gestiegen. Die norddeutschen Städte, von Königsberg bis nach Amsterdam, schickten Ehrenboten nach Lübeck, und dieses, die günstige Zeit benutzend, schlug den Städten ein Bündniß zur gemeinschaftlichen Vertheidigung ihrer Freiheit, ihrer Rechte und ihres Besitzes gegen die Bedrückungen der Fürsten und des Adels und zur Abwehr äußerer Feinde, so wie auch zur Förderung ihrer Handelsinteressen vor. Auf diese Weise ist der Bund der Hansa im Jahr 1241 zu Stande gekommen, dem sich nach und nach die größten Handelsstädte Norddeutschlands, der Niederlande, Polens und Kurlands anschlossen. Mit Neid und Eifersucht betrachteten die Fürsten einen Bund freier Bürgergemeinden, der den Uebergriffen ihrer Autorität entgegentrat und ihre, auf Vernichtung der bürgerlichen Freiheit gerichteten Pläne durchstrich. Selbst nicht stark genug, den Städtebund, welcher durch seine Geldkraft und durch die gemeinschaftliche Wehrverfassung über gewaltige Mittel zum Kriege gebot, offen zu befehden, hetzten sie an Dänemark so lange, bis dieses Reich, das seine von den Lübeckern erlittenen Niederlagen nicht verschmerzen konnte, endlich den Krieg wieder aufnahm. Dies geschah 1249. Der Dänenkönig Erich IV. ließ durch seine Kriegsschiffe die friedlichen Kauffahrer der Lübecker kapern, er ließ ihre Bemannung in Ketten nach Dänemark schleppen, die in seinen Staaten reisenden lübecker Kaufleute gefangen setzen, ihre Güter konfisziren und durch Einfälle und Raubzüge lübecker Gebiet plündern und verheeren. Da zog Lübeck abermals mit einer Flotte von 200 Schiffen unter Kommando seines Admirals und Bürgers Soltwedel aus und fuhr, unbekümmert um die dänischen Geschwader