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an seinen Küsten, direkt gen Kopenhagen. Erstürmt wurde die Königsstadt, verbrannt das Königsschloß, der Dänen Hauptstadt geplündert und Schatzung erpreßt zum Entgelt für alle erlittene Unbill. Als der Züchtigung genug schien, fuhren die Lübecker, mit Geißeln und Beute beladen, vor Stralsund, das damals auch ein dänischer Besitz war und für die zweite Stadt des Reichs gehalten wurde. Auch Stralsund wurde erstürmt, die dänische Besatzung dem Schwerte hingegeben, die Stadt dem Feuer. – Das wirkte. Die Dänen machten Frieden und hielten Ruhe lange Zeit. Die nun folgende Friedensperiode wurde von den Lübeckern zur Pflege und Ausbreitung ihrer Handelsverbindungen mit derselben Kraft und Willensstärke benutzt, welche ihnen zum Siege im Kriege verholfen hatte. An den Ruhm knüpfte sich der Reichthum. Lübecks Ansehen theilte der ganze Bund; er schloß sich enger und fester zusammen und seine Organisation wurde vervollkommnet. Große Rollen spielten Riga und Köln in demselben, als Grenzpunkte der Hansa nach Nord und West, und auch Hamburg und Bremen blühten unter dem Bundesschutz rascher auf, als Lübeck angenehm war. Der hanseatische Verkehr wuchs in’s Unermeßliche. Alle Glieder des Bundes nahmen daran größern oder kleinern Theil. Der ganze Großhandel des Nordens gerieth in die Hände der Hansa, und ihre eigensüchtige Handelspolitik, von der Macht gestützt, welche Muth, Geld, Flotten und Heere gaben, ließ keinen Nebenbuhler aufkommen und räumte aus dem Wege Alles, was ihrem Handelsvortheil hemmend oder nachtheilig werden konnte.

„Der Bund hat vier Herzen“, sagte der damalige Volkswitz; er hatte nämlich 4 Hauptniederlagen (Faktoreien): eine in Norwegen zu Bergen, eine in Rußland zu Nowgorod; eine in England zu London; eine in den Niederlanden zu Brügge. Die bergener Fattorei sicherte ihm den Besitz der großen Fischerei. Von Bergen aus wurde der Walfischfang betrieben, der sich zu jener Zeit auf die arktischen Gewässer um Grönland und Spitzbergen beschränkte; Heringe, Stockfische und Kabeljau aber lieferten die norwegischen und lappländischen Küsten fast ausschließlich in jenen Jahrhunderten, wo von den Fischereien an den amerikanischen Gestaden noch keine Rede seyn konnte. Die ganze Christenheit wurde dadurch gleichsam an die Hansa tributpflichtig, denn ihre Fischwaaren konnte man als Fastenspeise nirgends entbehren. Die bergener Faktorei okkupirte die Hälfte der ganzen Stadt. Die Hansa unterhielt in derselben 3000 Beamte und Arbeiter und beschäftigte von Bergen aus über 300 Schiffe. Filialfaktoreien, von der Bergener abhängig, waren in mehren Häfen Norwegens, Lapplands, Islands und Grönlands errichtet.

Das zweite Hauptetablissement der Hansa war Nowgorod in Rußland. Durch dasselbe und durch das Filial zu Moskau eröffnete sie sich die Wasserstraßen der Wolga, des kaspischen und schwarzen Meeres nach Centralasien, Indien und China. Europäische Manufakturen, Goldmünzen und Silberbarren dienten als Tauschmittel. Es war dies ein höchst ausgedehnter Handel, den Traktate mit den moskowitischen und tatarischen Herrschern sicherten. Die Ausfuhr der Produkte Rußlands und der tatarischen Länder nach Europa,