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Schattenpartien, Buschwerk mit Hochwald, und die prächtigen Blumenparterre’s werden mit holländischer Sorgfalt gewartet und gepflegt. Die schönsten Straßen münden an ihrem Saume, die stattlichsten Häuser stehen an ihrem Rande, und viele Punkte geben freundliche Fernsichten über Fluß und Stadt, Wiesen und Gärten. – Die Bauart ist in der Altstadt alterthümlich, ächtes deutsches Stadtgepräge, wie es uns in Nürnberg, Augsburg, Lübeck u. s. w. erfreut: Häuser mit schmalen Fronten, die hohen Giebel den engen, krummen Straßen zugewendet, Erker an den großen Gebäuden: Alles solid von Stein, höchst reinlich und wohlerhalten. Die alte, reiche Hansastadt guckt noch ganz anmuthig aus ihrem stattlichen Kleid. – Heiter, selten prächtig und anmaßlich, ist die Bauart der Neustadt. Die Häuser derselben streben nach Schönheit und Wohnlichkeit, und sie ehren, mit wenigen Ausnahmen, den Geschmack der Bauherren. Paläste, wie sie sich Hamburgs reiche Kaufleute in der neuen Zeit errichteten, an denen eine glänzende Dekoration die Ideenarmuth der Erbauer und den Ungeschmack der Zeit umsonst zu verhüllen trachtet, sieht man in Bremen wenige, und der verständige Sinn der Bremer Geldleute schützt vor der Sucht, nachzuahmen Das, was Manchem verderblich werden könnte. – Gegenwärtig zählt Bremen etwa 7000 Häuser mit einer an die 60,000 reichenden Bevölkerung.

Die Stadt nimmt rasch zu. Es treibt und sproßt in ihr ein jugendlicher frischer Geist, und trotz der 1000 Jahre, die sie in Ehren zählt, ist an keine Schwäche und an kein Rückwärtsgehen zu denken. Alles ist Wachsen und Entfalten, faßt wie in einer jungen Stadt der neuen Welt. Daß der Einfluß des ununterbrochenen und innigsten Verkehrs mit dem jugendlichen Nordamerika auf Bremen anregend und belebend zurückwirkt, ist nicht zu verkennen und für Bremens Entwickelung von Bedeutung.

Plätze von besonderer Schönheit besitzt Bremen nicht. Markt und Domhof sind, jener wegen des Rathhauses, dieser wegen des Doms, merkwürdig. Der Dom, ehrwürdig als eine der ältesten Stätten des christlichen Kultus in Deutschland, ist weder sehr groß noch sehr schön; aber durch seine Krypta (vom Volk Bleikammer genannt), ein unterirdisches, von Pfeilern und gewaltigen Mauern getragenes Todtengewölbe, weltberühmt; denn es hat die noch nicht befriedigend erklärte Eigenschaft, daß die in demselben beigesetzten Leichen nicht verwesen, sondern in den Särgen allmählig zu Mumien vertrocknen. Als ich da war, standen an 30 offene Särge in Reihen geordnet: – Kinder, Jünglinge, Männer und Greise, Frauen und alte Mütterchen schauten heraus, als ob sie nur schliefen! Gesicht und Hände waren fast vollkommen erhalten, die Haut glatt und pergamenten. Mehre mochten Jahrhunderte da seyn, denn die Todten trugen vielerlei Trachten aus vielerlei Zeiten. – Unter den übrigen Tempeln ist die Angarikirche mit ihrem 324 Fuß hohen Thurme (dem höchsten Bremens) die sehenswertheste. – Die Hansazeit findet im alten Rathhaus ihren monumentalen Repräsentanten. Vor demselben steht eine kollossale Statue Rolands, des Helden der deutschen Sage, ein Kunstwerk