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uralter Zeit, ungeschlacht und roh von Form und Arbeit. Die größte Merkwürdigkeit des Rathhauses ist aber, wie die des Doms, unter der Erde: der Keller, mit den köstlichsten und ältesten Rheinweinen, deren Tropfen sich nach Pistolen berechnen; denn wenn der Hochheimer von 1624, welcher hier lagert, im Ankauf auch nur 500 Thaler das Stück kostete, so kömmt er, Zins auf Zins gerechnet, der Republik jetzt auf etwa 15 Millionen Pistolen, oder 150 Millionen Gulden zu stehen! Kein Kaiser und kein König kann sich eines solchen Besitzes rühmen, und eine originellere Idee über nützliche Anlage der Staatsgelder ist wohl selbst Laws Haupt nicht entsprungen. Die berühmteste Abtheilung in dieser vortrefflichen Staatsanstalt heißt der Apostelkeller; deshalb so benannt, weil auf jedem der zwölf mit den besten Gewächsen vergangener Jahrhunderte angefüllten Riesenfässer das Bild eines Apostels, als respektiven Schutzheiligen, ausgeschnitzt ist. Als Kuriosum zeigt man auch wohl die Stelle, wo einst ein Treppchen aus dem Sessionszimmer herabging, das die Väter der Stadt zu den Fässern führte. Jene gute Zeit ist auch vorüber und das Treppchen längst vermauert; Wein und Lust aber sind geblieben; daß sie demokratisch geworden sind, macht sie beide nicht schlechter. Jeder mag jetzt für sein Geld den ächten rheinischen Sorgenbrecher an der lautersten Quelle nippen, und es kommt keine Notabilität nach Bremen, der die Gastfreundschaft in jenen Hallen nicht eine Güte thäte. Gesang und Spiel tönen dann oft durch die weiten Gewölbe, bis der Hahnruf die Zecher fortscheucht. –

Noch heben sich durch ihre Bestimmung oder Bauart hervor: die Börse, die Schüttung (Versammlungsort der Bürgerausschüsse), der alte erzbischöfliche Palast (jetzt das Stadthaus), die Seefahrt (Schifferhospital), die Post und die Wasserkunst auf dem Inselchen zwischen Alt- und Neustadt, welche Bremen mit Wasser versorgt. – Die Gebäude, in welchen die Wohlthätigkeit ihre Anstalten hat, – Kranken-, Wittwen-, Irren-, Taubstummen, Waisen- und Arbeitshäuser, – machen sich weniger durch äußere Schönheit, als durch gute Einrichtungen geltend. Die Pflicht, den Armen und Leidenden unserer Brüder beizustehen, fand von jeher in Bremen die werkthätigste Uebung. – Für Wissenschaft und Kunst ist der Sinn in Bremen jetzt mehr entwickelt, als man gemeinlich annimmt, und eine Menge Anstalten pflegen sie, ohne viel von sich reden zu machen. Die neue Kunsthalle ist ein würdiges Gebäude, das Theater ist in der Regel gut besetzt, und in dem schönen Gebäude der Union mit seinen großen Konzertsälen findet die Musik sorgfältige Ausbildung. Das Museum, eine ältere Gründung, gibt, wie die Bibliothek der Union, der Bildung eine solide Unterlage und macht Lektüre und Studium Jedem zugänglich und bequem. Die Museums-Bibliothek besitzt über 70,000 Bände, und keine wichtige Erscheinung der neuern Literatur wird man vergeblich in derselben suchen. Die Stadtbibliothek hilft in Betreff der ältern Werke aus. Der Kunst- und Naturaliensammlungen, der physikalischen Kabinete sind mehre hier und alle leicht zugänglich. Die Sternwarte des berühmten Olbers, den Bremen mit einem