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Marmor-Standbilde von Steinhäuser in Rom (auch ein Bremer), geehrt hat, ist jetzt verwaist. Für die Schulanstalten ist in neuerer Zeit Vieles und Großes geschehen, und Bremen steht in dieser Beziehung keinem deutschen Gemeinwesen nach. Ihr Einfluß auf die jüngere Generation ist unverkennbar. Wissenschaftliches Streben ist in allen Klassen wach und wird allgemein geschätzt. Die höhere Hauptschule mit Vorschule, die Gelehrten-, Handels-, Gewerbs- und Schifffahrtsschule und das Seminar sind musterhaft eingerichtet und gut geleitet. Bremen ist stolz auf manchen berühmten Namen im Reiche der Geister; ich nenne Adam von Bremen, Treviranus, Heeren und Olbers.

Handel und Schifffahrt sind die Axe des Bremer Lebens; sie verhalten sich zu demselben wie Kopf und Herz zum Körper. Bremens vortheilhafte Lage an einem schiffbaren Strom, mit dem es bis in die Mitte Deutschlands reicht, der Unternehmungsgeist und die Solidität seines Kaufmannsstandes, welchem von Generation zu Generation die Erfahrungen, das praktische Wissen und der merkantile Aplomb zu gute kommen, die in Jahrhunderten erworben werden, haben gemeinsam eine Handelsgröße gegründet und gepflegt, welche in Deutschland nur von der Hamburgs und Triests überragt wird. Die Behauptung dieser Stelle ist für Bremen nicht leicht und das Ziel dauernder Anstrengung. Hamburg mit seinem dreimal größern Hinterlande und zehnmal größern Kapital erwirbt leichter; Triest, dem bevorzugten Lieblingskinde der Regierung eines großen Reichs, fällt der reiche Gewinn gleichsam von selbst in den Schooß; die Bremer hingegen müssen sich’s sauer werden lassen und den Erwerb suchen. Gerade dadurch aber hat sich ihr Blick geschärft und ist ihr Spekulationsgeist kühn und großartig geworden. Der Bremer Kaufmann zieht alle Punkte der Erde in seine Kombinationen, wie auch seine Flagge auf allen Meeren weht. Während der Triester sich mit der gefahrlosen, einträglichen Rolle des Vermittlers und Kommissionärs begnügt, dem die Absatz suchenden Nationen ihre Waaren in’s Wagazin bringen und auch Hamburgs Geschäfte zum großen Theil dem Kommissionshandel dienen, muß der Bremer die seinigen meist auf eigene Gefahr machen. Er durchforscht unverdrossen alle Winkel der Erde, um sich einen Vortheil auszukundschaften. Als der Alp des Monopols zugleich mit der spanischen und portugiesischen Herrschaft von Amerika abgeworfen wurde, da waren die Bremer die Ersten, welche die neueröffneten Kanäle des Verkehrs versuchten; als Australien zugänglich wurde, waren sie vor allen andern dort; ehe noch Hamburg an seine erste Ausrüstung nach Kalifornien dachte, ankerten schon Bremer Schiffe in San Francisco, Monterey und Mazattan. Ihre Fahrzeuge besuchen die Grönländischen Gewässer und die Davisstraße, fahren regelmäßig auf Archangel, nach Odessa und den Häfen des Mittelmeers; sie transportiren die Pilger des Orients, die nach Mecca und Medina ziehen, auf dem rothen Meere, und auf der ganzen Ost- und Westküste Amerika’s ist kein Hafen, den sie nicht besuchen und wo nicht Bremer Interesse durch ein Bremer Handelshaus, oder einen Bremer Konsul wahrgenommen und vertreten wäre. In den