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Die Entwickelung des freistaatlichen Lebens von seinen Anfängen an zu betrachten, ist in diesem Buche kein Raum. Es ist ein reiches Leben voll Strebens, Reibens und Kämpfens von jeher gewesen, und des Aenderns und Flickens an dem Staatskleide, je nach dem das aristokratische oder demokratische Element überwog, war kein Ende. – Eine lange Periode unbedingter Patrizierherrschaft legte die Gewalt des Staats erblich in die Hände weniger Familien, und die Mitgliedschaft des souveränen Raths ging in lange voraus bestimmten Reihenfolgen umher unter gewissen Namen, wie ein Lehen. Das was des Raths goldene Zeit. Er theilte alle Süßigkeiten der Herrschaft unter sich und ließ die Uebrigen für sich selbst sorgen. Die französische Unterjochung machte dieser Wirthschaft ein Ende. Die Restauration von 1816 gab zwar dem Patriziat einen Theil seiner früheren Vorrechte wieder; die Rathsgewalt wurde jedoch beschränkt, und ihre Versuche zur Erlangung größerer Unabhängigkeit von dem demokratischen Einflusse der Bürgerschaft scheiterten an der Bewegung von 1830 und schlugen in den Revolutionstagen von 1848 in das Gegentheil um. Bremen hat seitdem eine reformirte Verfassung mit überwiegenden demokratischen Institutionen empfangen. An dieser Verfassung nun versucht die Reaktion durch das Patriziat, welches im Senate noch die Majorität hat, seine Künste, und daraus ist ein Kampf der Parteien erwachsen, heftiger wie irgendwo in Deutschland.




DCXXXXV. Stettin in Pommern.




Als es Preußens Ruhm und Größe aufzubauen galt, da waren die Pommern allezeit tüchtig dran, im Krieg wie im Frieden, als Feldherren wie als Minister, und was die pommer’sche Landwehr auf den Schlachtfeldern von 1813 gethan hat, ist uns Alten noch fest und frisch im Gedächtniß. – „So fluscht es better!“ sagten die Männer des Pommerlandes, als sie in der Schlacht an der Katzbach auf Blücher’s Kommandoruf: „Fällt’s Bajonett und drauf und dran!“ die Gewehre umdrehten und mit geschwungenen Kolben die Vierecke der Franzosen stürmten und niederschlugen!