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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band | |
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Stettin, die Hauptstadt Pommerns, ist mit seinen 35,000 Einwohnern gegenwärtig die bedeutendste Handelsstadt Preußens. Begünstigt von der Regierung, hat es die übrigen Häfen der Ostsee in den Geschäften überflügelt. Sein Strom, die Oder, erlaubt zwar großen Seeschiffen nicht, an die Stadt zu kommen, öffnet aber dem Platz ein weites Binnenland. Außer für Pommern und Westpreußen ist Stettin für Schlesien, Sachsen, die Mark, Posen und einen großen Theil des südwestlichen Polens, sowohl für ihre Bedürfnisse an fremden Erzeugnissen, als für ihre eigenen Produkte, Markt. Stettin hat sich namentlich für den Getreidehandel zu großer Wichtigkeit erhoben, und es kommen ihm für dieses bei Konjunkturen so bewegliche Geschäft die vielen, in allen Richtungen auslaufenden, Eisenbahnverbindungen sehr zu Statten. Kaffee, Zucker, Reis, Häringe, Zink, Eisen, Syrup, Farbwaaren, Wein, Spriet und Rum, englische Steinkohlen, Flachs, Hanf, Talg, Thran, Stabholz sind Hauptartikel der Stettiner Ein- und Ausfuhr.
Der Hafen von Stettin ist an sich schlecht; größere Schiffe laden in Swinemünde ein und aus, das 10 Meilen unterhalb Stettin, an der Odermündung (dem großen Haff) liegt und für Fahrzeuge, die bis 16 Fuß tief gehen, zugänglich ist. Dampfschiffe unterhalten eine beständige Verbindung zwischen beiden Städten.
Stettin ist nicht reich und ist auch kein Wechselplatz; im Waarenhandel kann es daher wegen Hamburg nicht recht aufkommen, und der Ausdehnung seines Speditionsverkehrs sind Lübeck und die benachbarten Ostseehäfen im Wege. Selbst Schlesien wählt, da die Havel mittelst des Kanals die Elbe und Oder verbindet, häufig den Hamburger Markt, wo Kapital und Wechselcours Erleichterungen geben, die Stettin nicht bieten kann.
Für das Leben in Stettin paßt der pommer’sche Typus nicht. Es ist großstädtisch, und der weitgereiste, welterfahrene und gebildete Kaufmannsstand gibt den Ton an.
Die Huerta (der Garten) Spaniens und die Stadt in ihrer Mitte habe ich schon in einer früheren Stelle meines Buchs (Band VI, Seite 69 u. f.) beschrieben. – Dies Straßenbild öffnet uns Valencia’s Inneres. In scharfen, bestimmten, ausdrucksvollen Zügen treten uns maurische Formen und maurisches Leben
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1850, Seite 204. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_14._Band_1850.djvu/210&oldid=- (Version vom 19.7.2025)