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schwergepanzerten Ritter geriethen in Unordnung. Es krachten unter den Morgensternen die Helme, blanke Panzer färbten sich blutigroth, und viele der Herren stürzten in dem Getümmel, oder wurden zertreten, oder erstickten in ihrem Rüstzeug. Zuerst fiel der Bastard von Brandis, ein trotziger Mann, so gefürchtet als zwanzig wegen seiner Stärke; bei ihm der lange Frieshard, welcher sich vermessen, die Eidgenossen allein zu bestehen. Das Hauptbanner Oesterreichs sank mit Heinrich von Eschenloh, die Fahne von Tyrol mit Ulrich von Ortenburg. Jenes rettete der von Aarburg; hoch schwang er’s, aber eines Bauern Axt zerschmetterte ihm Helm und Haupt. Als er fiel, rief er: Rette Oesterreich! Da sprang der Herzog selber herzu und entriß das Banner seines Landes der sterbenden Hand. Zum dritten Male erschien es über den Schaaren, blutroth, getragen von des Herrn Hand. Es sammelten sich die Ritter um ihn – nicht mehr, um zu siegen, sondern um mit Ehren zu sterben. Neben Leopold sank Habsburgs Banner mit seinem Träger, dem Ritter von Junkenburg, und das der Zollern; es fielen die Fürsten von Lichtenstein; die Mörsburg, 4 Brüder; der Eschenz mit seinen Söhnen; Markgraf Otto von Hochberg; die Ems, die Truchsesse von Waldburg, die Isny, der Thierstein: viele edle Geschlechter Alt und Jung. Kleiner und kleiner schmolz der Haufe der Ritter um den Herzog zusammen, der das Banner festhielt mit seiner Linken und mit der Rechten das Schwert zur Abwehr führte. Da nun aber der Fürst fallen sah immer mehre seiner Besten und Tapfersten, so ward er des Lebens müd und suchte den Tod. In’s dichteste Gedränge der Schlacht wandte sich seine hohe Gestalt; stolpernd und ausgleitend fiel er plötzlich zur Erde, und in dem schweren Rüstzeug, Schwert und Fahne nicht lassen mögend, konnte er nicht schnell genug empor. Ein unansehnlicher Mann aus dem Lande Schwyz fand ihn in dieser hülflosen Lage. Der Bauer erhob den Morgenstern; da rief der Herzog: „ich bin Oesterreich!“ aber der Schwyzer führte den Streich nur um so kräftiger, zerschmetterten Hauptes stürzte der Fürst rücklings zu Boden und hauchte seine Seele aus.

Die Augen der Ritter suchten vergeblich den Herrn von Oesterreich, suchten vergeblich dessen Banner: alle Fahnen waren gesunken, alle Führer lagen todt: da kam ein Grauen über die streitenden Männer; sie wandten sich zur Flucht. „Die Hengste daher! die Hengste hieher!“ schrieen die Ritter: aber das Dienervolk war schon davon geflohen mit den Pferden und das Fußvolk war weit zurück und konnte nicht helfen. Wenige entrannen. Die Blüthe des deutschen Adels sank auf dem Sempacher Felde, und die da geflohen, wurden noch auf der Flucht erschlagen. Bei 1000 vom Adel kamen um, Fürsten, Grafen und Herren und manches berühmte Geschlecht erlosch an diesem Sieges-Tage der Volksfreiheit.

Die Eidgenossen ließen es nicht bei der Niederlage der Ritter allein bewenden. Sie eilten den Fußvölkern nach, die auf dem Rückzuge waren, und erschlugen ihrer viele Tausend.