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schlachtete unter den Niederländern, und seine Grausamkeit verkehrte ihre Knechtschaft zur Freiheit; Ludwigs Feldherren mordeten und verheerten, schlimmer als Alba dort gethan hat, in der Pfalz, und statt dem Paar tausend Ketzer, die Philipp auf dem Scheiterhaufen der Inquisition sterben ließ, verfolgte der „große König“ mit Kerker und Henkerbeil eine Million guter, fleißiger, aufgeklärter und ruhiger Unterthanen, den Schmuck seines Volks, und zwang 700,000 Calvinisten, Frankreich zu verlassen, während ihr Verfolger, als Vater des Vaterlandes, von Erz und Stein sich Ehrensäulen und Triumphpforten setzen ließ! Die Vertriebenen nahmen 1500 Millionen Livres mit hinaus und trugen Frankreichs einträglichste Gewerbe und einen ungezählten Schatz von Erfahrungen, Kenntnissen und Wissen in die Fremde.

Das sind die großen Thaten des großen Königs. –

Ludwig starb 1715, des Lebens, das er selbst wie eine Rolle im Theater betrachtete, müd und satt. Zum Spielball seiner Weiber und der Intriken herabgesunken, starb er ohne Glauben, ohne Hoffnung, ohne Trost; nicht einmal die Genugthuung hatte er, daß das Gebäude absoluter Herrschaft, dem er das Glück seines Volkes geopfert hatte, sein Jahrhundert ausdauern werde; denn allzusichtbar waren schon die Zeichen des Verfalls, als daß sie dem Auge des alten Königs hätten entgehen können. Wo er hinblickte in seinem weiten Reiche, in’s Volk, in die Verwaltung, in die Armee, in seinen Hof, auf den Erben seines Throns, überall sah er die giftigen Früchte seiner Saaten reifen und das schaurige Walten der Nemesis. Die moralische Verderbniß und sittliche Fäulnis, die er, im Interesse des Absolutismus, mit tiefer Arglist weckte und förderte, hatten die Fundamente des Staatsgebäudes bis zum Untersten zerfressen. Ueberall sah er das Gemäuer sich senken, überall hörte er das Gebälke knistern oder aus den Fugen rücken, andeutend die begonnene Zerstörung. Nicht einmal die Möglichkeit einer gründlichen Restauration war übrig; Ludwig selbst mußte sich schon in dem letzten Jahrzehent seiner Herrschaft darauf beschränken, die Risse und Fugen mit Mörtel zu verstreichen, obschon Keiner besser wußte, als Er, daß dadurch der Einsturz des Staats und der Monarchie um keinen Tag aufzuhalten sey. In seinem Nachfolger konnte er nur ein Werkzeug der ewigen Vergeltung erblicken, berufen, den schon begonnenen Prozeß der Auflösung zu beschleunigen. Dieser Mensch, der Urenkel des „großen Königs“, welcher nachmals als Ludwig XV. den Thron bestieg, war ein unwissender, entnervter Wüstling, aufgezogen im Lasterpfuhl des Hofs, ein Ausbund aller Unwürdigkeit, ohne Ehre und ohne Scham, übersättigt und verwüstet von den Lüsten schon in einem Alter, wo sich gewöhnlich die Begierden erst zu regen anfangen. Was dem XIV. Ludwig den Schein der Größe gab, die äußere Würde, die strenge Konsequenz seines Wesens, daß beharrliche Streben nach einem, wenn auch noch so verwerflichen Ziele, für dessen Erreichung er mit vollem Selbstbewußtseyn Alles hingeopfert hatte, was zu