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Der Umkreis der Stadt ist geschmackvoll angelegt, und prächtige Chausseen führen nach den ehemaligen Lustschlössern der Markgrafen. Drei Viertel-Stunden entfernt ist die Eremitage mit ihrem 84 Morgen großen Park und den hundert architektonischen Spielereien fürstlicher Vergnügungssucht; mit Tempeln, Grotten, Ruinen, Wasserfällen, Wasserkünsten, japanischen und chinesischen Häuschen, Felsenpforten, Meiereien, einer Einsiedelei für 24 Waldbrüder, – in deren Tracht sich der Hof maskirte, wenn er anwesend war, – und obschon unterm Zahne der Zeit Manches wieder verschwand, so ist doch noch genug übrig, um einen Begriff von der Verschwendung zu geben, welche damals an den Höfen vieler kleinen Fürsten herrschten. – Da sehen wir z. B. einen „Sonnentempel“, dessen Aufbau 100,000 Thaler verschlungen hat, und in demselben einen mit Krystall und Glas ausgelegten Saal, der am Tage durch das Sonnenlicht von Oben, des Nachts durch 1000 Wachskerzen erleuchtet wurde. Was der dunkle Schooß der Erde an Glänzendem, Funkelndem verbarg, was daraus kunstreiche Menschenhände Bewundernswerthes bilden konnten, vereinigte dieser Saal in Pracht und Fülle. Gold, Silber und Edelsteine bedeckten die Wände aus Jaspis; tausend Kleinodien und Gefäße standen umher; Colibri’s zwitscherten auf silbernen Bäumen, und Kakadu’s wiegten sich hin und her auf goldenen Stäben. Die 8 Marmorsäulen, welche die Kuppel dieses Saals tragen, haben allein über 8000 Louisd’ors gekostet. Und in diesen Räumen führten Ausgelassenheit und nackte Lüderlichkeit das Scepter, und die Laster des Hofs richteten die Sitten des Volks zu Grunde. Von den Markgrafen Georg Wilhelm und Friedrich wurden für unnütze Luxusbauten, Schlösser, Marställe, Komödien- und Opernhäuser, Wasserkünste etc. 3½ Mill. Thaler vergeudet. – Das romantische „Sanspareil“, das zweite Lustschloß der Baireuther Fürsten, ist noch schöner gelegen, obschon weniger üppig ausgestattet Da hat die Natur mit ihren Felsen, Bächen, Grotten, Wiesen und Wäldern das Beste gethan und mit unvergänglicher Hand geschmückt. – Das dritte Schloß der Lust ist die „Phantasie“, 1Stunde von der Stadt an der Bamberger Straße. Es ist Eigenthum des Herzogs Alexander von Würtemberg, und dieser hat es verstanden, die Kunst mit der schönen Natur geschmackvoll zu verbinden. Der Park ist groß, vortrefflich in Anlage, sorgfältig erhalten, und die Gewächshäuser bergen einen berühmten Schatz der kostbarsten Pflanzen. Im Schloß ist eine Bibliothek aufgestellt, welche die vorzüglichsten Werke der neuern Literatur in den lebenden Hauptsprachen enthält und deren imposantes Lokal mit einer anzuerkennenden Humanität den Einheimischen und Fremden offen steht. Andere Räume des Schlosses enthalten Sammlungen von Gemälden, Statuen, Münzen, Alterthümern, Kupferstichen, und jedem anständigen Reisenden ist der Genuß bereitet, sie mit Muße zu sehen und zu bewundern. –

Doch was sind alle diese prächtigen Schlösser und Denkmäler der Fürsten gegen den einfachen Grabstein mit der Aufschrift: Jean Paul Friedrich Richter? Ein Paar Schläge an der Uhr der Jahrhunderte werfen alle jene Paläste und Monumente ja den Staub, und die Hand der Zeit wischt die unbedeutenden