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eine Anzahl deutscher und schweizer Kolonisten. So entstanden die ersten Lichtungen am Sacramento und die Indianer, gutmüthige, friedliche Menschen, überließen den Einwanderern einen Theil ihrer Jagdgründe und zogen sich tiefer in’s Land zurück.

Ein wohlhabender Schweizer, Namens Sutter, hatte sich am Sacramento, 70 englische Meilen oberhalb San Francisco, unfern der Stelle niedergelassen, wo der American-River, ein reißendes, mächtiges Bergwasser, dessen Quellen in der mit ewigem Schnee bedeckten Sierra Nevada entspringen, mündet. Sutter gedachte das starke Gefälle zur Anlage einer Mühle zu benutzen. Das war im Frühjahr 1848. Er ließ einen Kanal zum Mühlgraben auswerfen, und bei dieser Arbeit war es, wo ein alter Indianer, der graben half, mit dem Schlamm ein Stückchen gelbes Metall auswarf. Eureka![1] rief der Rothhäutige mit freudestrahlendem Auge, als er es aufhob und seinem Herrn reichte. Es war – Gold.

Sutter und sein Gesinde hielten die Sache geheim eine Zeit lang und sammelten im Verlaufe einiger Wochen für mehre Tausend Dollars des Metalls; als aber ein Zufall den Schatz verrieth – da lief die Kunde wie ein Blitz durch das Land, durch die Union, durch die Welt! Die ganze arbeitsfähige kalifornische Bevölkerung ergriff Hacke, Schaufel und Spaten und eilte nach dem American-River, um Gold zu suchen. Da wurden die Städte leer, die Dörfer und Hofstellen verlassen; das Wild grasete in den Saaten, Kinder und Kranke starben hülflos; die Soldaten verließen ihre Fahnen, die Offiziere desertirten ihnen nach; Richter und Beamte schlossen ihre Amtslokale, die Advokaten nahmen den Quersack und die Schaufel und folgten der Bevölkerung in’s Goldland. Die Schiffe, deren Mannschaft davonlief, verfaulten im Hafen – keine Hand blieb übrig, die Waaren zu löschen oder zu laden, oder das Steuer zu führen. Das Gold hatte alle Bande der Pflicht und der Verträge zerrissen, alle Verhältnisse auf den Kopf gestellt; und da in den ersten Monaten nur die reichsten Lager des goldhaltigen Gerölles bearbeitet wurden, so fanden diese ersten Gräberschaaren viel Gold, und die Berichte darüber, noch vergrößert, setzten die ganze Welt in Erstaunen und in Aufregung. Die Bevölkerung in den Oststaaten der Union kam in Bewegung; Hunderttausende verkauften Haus und Hof, verließen Gewerbe und Geschäft und nahmen den Wanderstab nach Kalifornien. Die ganze Westküste Amerika’s schickte ihre Kontingente; Oregon entvölkerte sich; die Insulaner des großen Oceans wurden vom kalifornischen Fieber angesteckt; der König der Sandwichsinseln und die Königin Pomare erließen strenge Auswanderungsverbote aus Furcht vor einer Gesammt-Emigration ihrer Völkerschaften. Tausende zogen selbst aus Australien her und das Himmlische Reich verschloß vergeblich seine Thore: – schon im Jahre 1849 kamen 12,000 Chinesen nach San Francisco mit Hacken


  1. Eureka! „Ich hab’s.“ – Das Wort ist zum ewigen Gedächtniß der Wappenspruch des neuen Staats geworden.