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im Vorüberfahren kaum bemerkt. Holzhauer, welche ich gesprochen, sagten mir, das Ufer sey durchaus gesund. Es war eine der Stellen im mittleren Laufe, wo es Hügel umsäumen. Zuweilen begegnet der Reisende einem kleinen Kanot mit zwei oder drei Melchora-Indianern, von denen einige Familien, vom Fischfang und der Jagd lebend, dem Flusse auf und ab ziehen. Ich sah zwei junge Männer dieses Stammes auf dem Wasser, beide von athletischem Körperbau, mit bronzefarbener Haut, langem, reichem und keinesweges straffem Haar, freiem, offenem und heiterem Gesicht, großen ausdrucksvollen Augen. Ein alter Mann dagegen, der das Steuer des Kanots führte, war finster, mißtrauisch und verschlossen. Der Eine von ihnen äußerte, sie seyen die letzten Ueberreste ihrer Familie; alle Anderen seyen gestorben. Die volltönende, starke, männliche Stimme der jungen Indianer hatte, wie ihr ganzes Benehmen, etwas Imponirendes.

Das Mündungsdelta des Flusses ist eine mit Palmen und Schilf bedeckte Niederung. Erst etwa 14 bis 15 Meilen von San Juan aufwärts beginnen die Ufer sich 10 bis 20 Fuß hoch über dem Wasserspiegel zu erheben. Die Sumpfpalmen verschwinden und es tritt die prachtvolle Vegetation auf, welche ich oben geschildert habe. Neun Meilen weiter aufwärts mündet der Serapiqui, und noch dreizehn Meilen weiter der Rio de San Carlos, beides bedeutende Nebenflüsse, die von Süden her aus den hohen Gebirgen von der Costa Rica kommen. Der erste bildet den einzigen Zugang, welchen dieser Staat von der Ostseite her hat. Kanots können ihn eine Strecke aufwärts befahren, bis zu der Stelle, wo einige Hütten stehen, die den Namen San Alfonso führen, und wo die Landreise über hohe, mit Urwald bedeckte Gebirge beginnt. Eine Gesellschaft deutscher Auswanderer, welche im vorigen Jahre, guten Rath in San Juan verschmähend, die Fahrt, diesem Nebenflusse hinauf, allein unternahm, ist auf derselben meist verhungert. Ein Mann, welcher Weib und Kind auf diese Weise verloren hatte, stürzte sich aus Verzweiflung und Wahnsinn in den Strom. Wenige kamen, und diese krank und elend, nach San Juan zurück.

Bei dem Rio de San Carlos treten waldige Hügel und Berge an den Fluß heran, etwas weiter aufwärts beginnt aber eine Reihe von Stromschnellen (Randales), welche der Schifffahrt ein großes Hinderniß in den Weg legen und die erst die Amerikaner mit der Kraft des Pulvers in neuester Zeit zu beseitigen versucht haben. Die erste Stromschnelle ist der Randal de Machuca. Er führt seinen Namen zum Andenken an Diego de Machuca, den ersten Europäer, welcher den Fluß befuhr. Die Spanier drangen nämlich von der Südsee aus in Nicaragua ein. Pedro Arias de Avila, der erste spanische Statthalter von Nicaragua, hatte im Jahr 1529 die beiden Seen im Innern durch Martin Estete untersuchen lassen. Man vermuthete eine Wasserverbindung beider Oceane. Diego de Machuca setzte diese Untersuchung fort und führte 200 Spanier am Ufer des Flusses hinab, von einigen