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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band | |
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auf der Schleswiger Seite, – werden nun abgetragen. Den deutschen Schild schmiedet der Däne zum dänischen Schwerte um, er verkehrt die Waffe des Schutzes und der Abwehr in das Werkzeug der Unterdrückung oder des Angriffs. Der Däne thut’s und fragt dabei Nichts nach Deutschland; – Deutschland sieht zu und duldet’s. –
Rendsburg ist durch seine Lage im Mittelpunkt einer fruchtbaren und reichen Landschaft und als Schlüssel des großen holsteinischen Kanals sehr bevorzugt. Die Stadt ist wohlhabend durch Handel und Schifffahrt, und in beiden, so wie in der Garnison und in den vielen Civil- und Militärbehörden, finden die bürgerlichen Gewerbe ihre Unterstützung. Eigentliche Fabrikthätigkeit ist wenig da. Einige Tabacks- und Papierfabriken und Zuckerraffinerien bestehen zwar; große Geschäfte sind es jedoch nicht. Die Bevölkerung Rendsburgs ist verhältnismäßig bedeutend; vor der Revolution war sie auf 12,000 angewachsen; seitdem ist sie im Sinken. Ber dem eisernen Dänendruck in den Herzogthümern ausweichen kann, thut’s; wer gehen kann, geht. Der Holsteiner, sonst der seßhafteste, heimathlichste, der Auswanderung abgeneigteste unter den deutschen Stämmen, hat in den letzten 2 Jahren 6000 Männer und mindestens 8 Millionen Thaler Kapital durch die Emigration verloren.
Nicht mit Unrecht nennt man den Bayernkönig Ludwig den deutschen Hadrian. Wie diesem die römische Welt das Wiederaufblühen des griechischen Geschmacks in den Künsten verdankt hat, so ist Deutschland jenem Fürsten und dem Kreise seiner Künstler das Meiste schuldig, was den Ruhm der neuern deutschen Kunst auf späte Zeiten bringt. In seinen großen Unternehmungen, obschon sie den verschiedensten Richtungen folgten, war er allezeit bestrebt, der Kunst die höchsten und erhabensten Aufgaben zu stellen, an denen sich das Genie versuchen
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Vierzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, Amsterdam 1850, Seite 315. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_14._Band_1850.djvu/321&oldid=- (Version vom 10.8.2025)